Volume 1
Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg.
- Date:
- 1911
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg. Source: Wellcome Collection.
942/1004 page 898
![Tndigoblau. Ham erhalten (beim Hunde), der frisch gelassen rotgelb aussah, beim Stehen in den oberen Schichten rötlich wurde, mit konz. Salzsäure sich dunkelrot färbte, welche Färbunv beim Erwärmen intensiver wurde und in Violett überging. Die Menge der Ätherschwefel sauren war gesteigert. 6 loeuweiei- Über die Eigenschaften von Indol und Skatol siehe Thierfelders phvsiol-ehern Analyse 8. Aufl. 1909. Indol und Skatol wurden bisher im Harn nicht nachgewiesen doch entsteht nach Jaffei) aus einem noch nicht sichergestellten Bestandteil normaler Harne durch Saurewirkung oder bei der Destillation Indol. Reichliche Mengen wurden aus normalem Pferdeharn durch Destillation erhalten, aus letzterem neben Skatol. Indigfarbstoffe. Indoxylglukuronsäure wird durch Kochen mit Ameisensäure oder Milch- Sciuie [Reale-)], bei der ammoniakalischen Harngärung, Indoxylschwefel- säure durch Salzsäure gespalten, das freigemachte Indoxyl wird unter vor- sichtigem Zusatz von Oxydationsmitteln (Eisenchlorid, Wasserstoffsuperoxyd, Persulfate, Hypochlorite, Osmiumsäure, Sauerstoff der Luft) zu Indigblau neben kleinen Mengen von isomerem Indigrot oxydiert* 2 3). Beide Farbstoffe sind identisch mit den aus Pflanzenindican dargestellten Indigblau und Indigrot [Schunck und Marchlewski4), ßouma5 * 7 8)]. Indigblau (Indigotin): Ci6Hi0N2Oo = GeH^^^C=C<^® \C6H4 [nach Bouma5) ein Polymeres dieser Formel6)]. Es krystallisiert in tiefblauen Krystallen mit kupferrotem Metallglanz am besten aus Anilin. Das aus dem Harn gelegentlich spontan ausgeschiedene Indigotin ist entweder ein dunkelblaues, amorphes Pulver, oder mikroskopische nadelförmige bis rhombische Kryställchen. Indigblau ist unlöslich in Wasser, fast unlöslich in Äther, sehr wenig löslich in Weingeist (etwas mehr in der Wärme); löslich in Anilin, Chloroform, in warmem Amylalkohol, Benzol, Phenol, fetten Ölen. In konz. Schwefelsäure löst sich Indigotin unter Bildung von Mono- und Disulfonsäure mit blauer Farbe zu wasserlöslichen Farbstoffen. Nach \ ierordt7) gibt fein verteiltes Indigblau ein schlecht begrenztes Absorptions- band im Rot bei etwa / = 700, in dicken Schichten verbreitet sich dieses Band bis gegen l — 640, daneben tritt ein zweiter schwacher, im Grün bei etwa /. = 550 gelegener Streifen auf. Nach Stokvis8) verhält sich wie das suspendierte das in indifferenten Lösungsmitteln gelöste Indigotin. Nach Bouma5) hat die Chloroformlösung einen breiten Absorptions- streifen bei 630—570 mit der größten Intensität bei 605. Indigblausulfonsäure hat nach Vierordt einen Absorptionsstreifen im Orange bei etwa /. = 600. Indigotin sublimiert unzersetzt im Vakuum, der Dampf ist violettrot, ; jodähnlich und gibt beim Abkühlen rhombische, dichroitische Krystalle. Bei D M. Jaffe, Archiv f. experim. Pathol. u. Pharmakol., Suppl. 1908, Schmiedeberg- Festschrift S. 299. 2) E. Reale, Nuova Rivista clinicoterap. 3, No. 5; zit. nach Malys Jahresber. d. Tier- chemie 30, 869 [1900]. 3) Vgl. F. Thomas, W. P. Bloxamu. A. G. Perkin, Journ. chem. Soc. London 05, 824, 847 [1909], 4) E. Schuncku. L. Marchlewski, Berichte d. Deutsch, chem. Gesellschaft 28, 539 [1895]. ®) J. Bouma, Zeitschr. f. physiol. Chemie 27, 352 [1899], °) Dagegen L. Maillard, Compt. rend. de l’Acad. des Sc. 132. Ö90; 134, 470 [1902]; Compt. rend. de la Soc. de Biol. 55, 777 [1903]. 7) K. Vierordt, Zeitschr. f. Biol. 10, 31 [1874]. 8) B. J. Stokvis, Chem. Centralbl. 1871, 36.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123347_0001_0942.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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