Volume 1
Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg.
- Date:
- 1911
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg. Source: Wellcome Collection.
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![toporphyrin1) oder ChlorophyU2) zu identifizieren, so ist doch die Wahrschein- lichkeit eine große, daß Urobilin aus Gallenfarbstoff und Blutfarbstoff gebildet wird3 * 5 *). Die klinischen Erfahrungen scheinen ganz allgemein einen Zusammen- hang von Harnurobilin mit zerfallenem Blutfarbstoff zu ergeben. ,.Xi-,Ha.rle;^‘l) verschiedene Arten der Entstehung an: daß die Leberzellen statt Bilirubin direkt U robilin bilden, daß Urobilin bei der Zerstörung von roten Blut- körperchen als direktes Abbauprodukt des Blutfarbstoffes entstehe, daß Gallenfarbstoff zu Urobilin reduziert werde, daß schließlich Urobilin durch Resorption aus dem reich- liche Mengen von Bilirubin enthaltenden Darm entstehen kann [Literatur bei v. JakschM und Blumenthal«)]. Beim Kaninchen gelang es nach Injektion von Gallenfarbstoff nicht, Urobilin im Harn zu finden (Kunkel, Fromholdt). Mengen. Nach G. Hoppe-Seyler7) enthält die 24stündige Harnmenge 0,08—0,14 g Urobilin; nach Saillet8) 0,03—0,13 g. Gerhardt9) fand bei einer Perityphlitis an einem Tage 2,02 g. Nach Ladage10), der gleichzeitig Urobilin im Harne und in den Faeces be- stimmt hat, fanden sich keine Beziehungen in den Mengenverhältnissen von Harnurobilin zum Faecesurobilin. Seine Zahlen für Harnurcbilin schwanken zwischen 0,07—0,2 g, wobei ein Leberpatient die höchsten Zahlen aufwies. Nach Saillet (1. c.) wechselt die Urobilinausscheidung individuell und geht parallel den Schwankungen der Körpertemperatur. Nachweis. 1. Im Harne direkt: Zur Bildung aus Urobilinogen muß der Harn längere Zeit am Lichte stehen; zweckmäßig ist ein geringer Säurezusatz, alkalische Harne müssen angesäuert werden. Dann kann in urobilinreichen Harnen der Streifen des „sauren“ Urobilins bei F beobachtet werden. Besser wird das Urobilinspektrum sichtbar nach Zusatz von Ammoniak und wenig Zinklösung, so daß nach ihrem Zusatz kein Niederschlag bleibt. Dabei tritt der Streifen zwischen b und F auf, gleich- zeitig fluoresciert die Probe. Nach Deniges11) werden 10 ccm Harn mit 5 ccm einer Lösung, welche 5 g Queck- silberoxydsulfat, 20 ccm Schwefelsäure und 60 ccm Wasser enthält, versetzt, nach 5 Minu- ten wird filtriert, wodurch störende Farbstoffe entfernt werden. Im Filtrate ist der Ab- sorptionsstreifen des Urobilins gegen Rot verschoben, an E grenzend. 2. Durch Extraktion aus dem Harn: Mit Amylalkohol [Nencki und Sieber12), Nencki und Rotschy13)]. x) M. Nencki u. J. Zaleski, Berichte d. Deutsch, ehern. Gesellschaft 34, 997 [1901]; M. Nencki u. N. Sieber, Archiv f. experim. Pathol. u. Pharmakol. 18, 401 [1884]. 2) L. Marchlewski u. M. Nencki, Berichte d. Deutsch, ehern. Gesellschaft 34, 1687 [1901], 3) A. J. Kunkel, Virchows Archiv 79, 455 [1880]. — G. Fromholdt, Zeitschr. f. physiol. Chemie 53, 347 [1907]. *) V. Harley, Brit. med. Joum. 1896, 898; zit. nach Malys Jahresber. d. Tier- chemie 26, 441 [1896], 5) R. v. Jaksch, Klin. Diagnostik. «) F. Bl u me nthal, Pathol. d. Harns. Aus den letzten Jahren ins bes. W. Hilde bran dt, Zeitschr. f. klin. Medizin 59, 351 [1906]; Deutsche med. Wochenschr. 34, 489 [1908]. — F. O. Huber, Charite-Ann. 30, 49 [1906]. —F. Fischler, Zeitschr. f. physiol. Chemie 47, 336; 48, 419 [1906]; Deutsche med. Wochenschr. 34, 869 [1908]; Münch, med. Wochen- schrift 55, 1421 [1908], 7) G. Hoppe-Seyler, Virchows Archiv 124, 30 [1891], 8) Saillet, Revue de med. 1897; zit. nach Malys Jahresber. d. Tierchemie 27, 319 [1897]. 9) C. Gerhardt, Zeitschr. f. klin. Medizin 32, 303 [1897]. 10) A. A. Ladage, Inaug.-Diss. Leiden 1899; zit. nach Malys Jahresber. d. Tierchemie 29, 838 [1899], u) Deniges, zit. nach Malys Jahresber. d. Tierchemie 27, 320 [1897]. 12) M. Nencki u. N. Sieber, Journ. f. prakt. Chemie 26, 336 [1882]. 13) M. Nencki u. A. Rotschy, Monatshefte f. Chemie 10, 573 [1889].](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123347_0001_0960.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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