Volume 1
Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg.
- Date:
- 1911
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg. Source: Wellcome Collection.
962/1004 page 918
![Übe r gewichtsanalytische Bestimmung siehe G. Hoppe-Seyler, Virchows Archiv 124 34 [1891] (Huppert, 10. AufL S. 864). Coloriinetrisclie Bestimmungen. Nach Viglezio1) wird das durch Ansäuern und Sättigung mit schwefelsaurem Ammon aus 300 ccm Harn gefällte, mit gesättigter Ammon- sulfatlösung gewaschene Urobilin in Weingeist gelöst, die gestellte Lösung wird aus einer Bürette zu einer ammoniakalisch-alkoholischen Chlorzinklösung (10 ccm Alkohol von 60%, 2 Tropfen Ammoniak, 2 Tropfen 1—2proz. Chlorzinklösung) zufließen gelassen, und beobachtet, wann die grüne Fluorescenz und, bei weiterem Zusatz der Urobilin- lösung, der Streifen zwischen b und F auftritt. Zu letzterer Erscheinung ist etwa die 3 fache Menge der Lösung erforderlich als zur Fluorescenz. Nach Bogomolow2) soll das Urobilin als schwache Säure mit i/ioo Normallauge titriert werden unter fortwährender spektroskopischer Beobachtung vom Erreichen der genauen neutralen Reaktion, die mit Lackmuspapier ermittelt wird, bis zum Auftreten der alkalischen Reaktion; oder ohne Spektroskop durch Zusatz von einigen Tropfen einer Kupfervitriollösung (1 °/oo) und von Chloroform zu den mit verschiedenen Mengen Lauge versetzten Proben. Wenn die neutrale Reaktion erreicht ist, wird das Chloroform karmoisinrot, beim Erreichen der alkalischen Reaktion wird der Ham auf Kupfersulfatzusatz intensiv rot. Indem man berechnet, wieviel Kubikzentimeter Lauge verbraucht sind, um die neutrale Reaktion in die alkalische überzuführen, und diese Zahl mit 0,00063 multipliziert, er- fährt man die Urobilinmenge. Studenski3) hat die Rotfärbung durch die Urobilinkupferverbindung colorimetrisch bestimmt. 20 ccm Harn werden in einem Scheidetrichter mit 2 ccm gesättigter Kupfer- vitriollösung versetzt, mit schwefelsaurem Ammon gesättigt und hierauf mit 10 ccm Chloro- form ausgeschüttelt. Ein Teil der Chloroformlösung wird abgelassen und mit gestellten Urobilinkupferlösungen in Chloroform verglichen. Grimm4) schüttelt den angesäuerten Harn mit Äther oder Chloroform aus, ver- dunstet das Extrakt , löst den Rückstand in Ammoniakwasser und einigen Tropfen ver- dünnter Chlorzinklösung und verdünnt die fluorescierende Flüssigkeit so lange, bis eben noch eine Fluorescenz wahrnehmbar ist. Nach Saillet5) wird das Urobilinogen aus dem vor Licht geschützten Harne mit einer bestimmten Menge von Essigäther aufgenommen; die Essigätherlösung wird dem Licht ausgesetzt oder besser mit Salpetersäure oxydiert, dann bei einer Schichtdicke von 15 mm spektroskopisch untersucht und so weit verdünnt, daß der „saure“ Urobilinstreifen eben noch wahrnehmbar ist. Dies soll der Fall sein, wenn die Lösung in 22 ccm 1 mg Urobilin enthält. Nach Ladage6) wird der Harn (200 ccm) mit Essigsäure angesäuert, mit einigen Tropfen Jodtinktur zur Überführung des Urobilinogens in Urobilin versetzt, mit schwefel- saurem Ammon gesättigt, dann wird das Gemisch mit 100 ccm etwas salzsäurehaltigem Chloroform geschüttelt. Das Chloroformextrakt wird nach Saillet verdünnt. Spektrophotometrisch.7) Zur Darstellung des Urobilins wird nach Ger- hardt und Fr. Müller8) der Harn (100 ccm) mit 30 ccm Barytmischung (1 Teil gesättigtes Chlorbarium und 2 Teile gesättigte Ätzbarytlösung) gefällt. Vom Filtrate werden 65 ccm entsprechend näherungsweise 50 ccm ur- sprünglichen Harnes mit konz. Natriumsulfatlösung ausgefällt, mit Schwefel- säure angesäuert, filtriert, das Filtrat wird mit schwefelsaurem Ammon ge- sättigt. Der Niederschlag wird auf einem Filter gesammelt und an der Luft oberflächlich getrocknet, dann nach Zusatz von etwas verdünnter Schwefel- säure mit Ätheralkohol (1:2) in der Wärme extrahiert. 1) Viglezio, Malys Jahresber.d. Tierchemie 22, 537 [1892]; Losperimentale 1891, 235. 2) Th. Bogomolow, Petersb. med. Wochenschr. 1892; zit. nach Malys Jahresber. d. Tierchemie 22, 535. 3) A. Studenski, Petersb. med. Wochenschr.' 1893; zit. nach Malys Jahresber. d. Tierchemie 23, 588 [1893]. 4) F. Grimm, Virchows Archiv 132, 250 [1893]. s) Saillet, Revue de med. 1897; zit. naoh Malys Jahresber.d. Tierchemie 27,319(1897]. 6) A. A. Ladage, Inaug.-Diss. Leiden 1899; zit. nach Malys-Jahresber. d. Tier- chemie 29, 838 [1899]. ) Über die spektrophotometrische Methodik s. S. 941 ff. H) Zit. nach H. Huppert, Analyse d. Harns, S. 861.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123347_0001_0962.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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