Volume 1
Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg.
- Date:
- 1911
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg. Source: Wellcome Collection.
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![Hämoglobin, Oxyhämoglobin, Methämoglobin. Untersuchung dieser zum Teil leicht ineinander überführbaren nachgewiesen werden können. Verbindungen Auch Spaltungsprodukte des Blutfarbstoffes geben zum Teil charakte- ristische Spektra. Mit Hilfe des Spektrophotometers können auf Grund der ^1 erordtsehen, hauptsächlich von Hüfner präzisierten Methodik so die Blutfarbstoffe quantitativ bestimmt werden, sogar wenn zwei Blutfarbstoff- verbindungen nebeneinander vorhanden sind (z. B. Kohlenoxydhämoglobin neben Oxyhämoglobin). h Von den Hämoglobinderivaten (worunter jene Substanzen zusammen- gefaßt sein sollen, bei denen der Hämoglobinkomplex intakt ist, im Gegen- satz zu den Spaltungsprodukten des Hämoglobins) kommen für den Harn in Betracht: Oxyhämoglobin, reduziertes Hämoglobin, Methämoglobin. Zum Nachweis von Blutfarbstoff dient ferner als gut charakterisiertes und relativ beständiges Hämoglobinderivat Kohlenoxydhämoglobin. Optische Eigenschaften.1) Hämoglobinlösungen zeigen bei entsprechen- de! Verdünnung (0,1 0,2proz. Lösung bei 1 cm Schichtdicke) einen breiten rncht scharf begrenzten Streifen zwischen D und E, näher an D, dessen größte Lichtauslöschung bei X = 559 hegt, ferner einen Streifen im Violett, dessen dunkelste Stelle bei X = 429 liegt. Außerdem ist eine geringere Lichtauslöschung in den übiigen sichtbaren Spektralgegenden, insbesondere zwischen C und D vorhanden. Oxyhämoglobin zeigt bei der entsprechenden Verdünnung 2 Streifen im Grün. Der gegen D zu gelegene Streifen ist schmäler und schärfer begrenzt, der Streifen gegen E ist breiter, aber weniger dunkel. Die Mitte des ersten Streifens hegt bei X = 579, die des zweiten bei X = 542; im Ultraviolett befindet sich ein sehr intensiver Streifen, dessen dunkelste Stelle bei / = 414 oder 415 hegt. Nach Hiller finden sich 2 Streifen im Ultraviolett. Methämoglobin zeigt wesentliche Farbenunterschiede in neutraler (resp. saurer) und in alkalischer Lösung. Neutrale Lösungen sind porterbraun, alka- lische rot, haben aber gegenüber dem Oxyhämoglobin einen deutlichen Stich ins Gelbe. Diese beiden Lösungen zeigen ein verschiedenes Spektrum. Die reine Metlnimoglobinlösung (ohne Alkahzusatz) hat einen Streifen im Rot zwischen C und D, näher an C bei X = 630—620; das Absorptionsmaximum bei 626, eine diffuse Lichtauslöschung im Grün und Blau, außerdem nach Lewin, Miethe und Stenger 2 Streifen bei X = 499 und 410. Bei hinreichendem Alkahzusatz verschwindet der Streifen im Rot, dafür treten zwei den Oxyhämoglobinstreifen ähnliche auf, von denen jedoch der gegen das Gelb gelegene Streifen über D hinausreicht, so daß er den Eindruck eines treppenförmigen Abkhngens macht (Hüfner). Kohl eno xydhä moglobin zeigt zwischen D und E zwei dem Oxy- hämoglobin ähnliche Streifen, die aber (gegenüber dem Oxyhämoglobin) mehr gegen das Blau verschoben erscheinen, bei X — 570 und X = 540, ferner im Violett nach Gamgee einen Streifen bei ^ — 420,5, dessen dunkelste Stelle nach Lewin, Miethe und Stenger bei X — 416 hegt. Nach Hiller sind 0 Die frühere Literatur findet sich in O. Cohnheim, Chemie der Eiweißkörper, 2. Auf]., 1904. Sie ist durch die neueren Versuche der photographischen Darstellung, ins- besondere unter Verwendung von Gitterspektren, ziemlich gegenstandslos geworden. Vgl. A. Gamgee, Zeitschr. f. Biol. 34, 505 [1896]. — L. Lewin, A. Mieth'e u. E. Stenger, Archiv f. d. ges. Physiol. 118, 80 [1907]; 131, 161; 139, 603 [1909], — E. Rost, Fr. Franz u. R. Heise, Arbeiten a. d. Reichsgesundheitsamt 33, Heft 2 [1908]. — R. Hiller, Inaug.- Diss. Rostock 1904.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123347_0001_0968.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)