Volume 1
Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg.
- Date:
- 1911
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg. Source: Wellcome Collection.
978/1004 (page 934)
![Hämatoporphyrinähnliclie Farbstoffe sind mehrfach beobachtet worden. Stokvis1) beschreibt einen solchen bei einer Morphinistin, Quincke2 3 4 5 * 7) bei Sulfonal- vergiftung, ebenso im Kanmchenharn, Käst und Weiß2), Thornton*) bei gastrointesti- nalen Storungen, Calvert und Garrod«) ein purpurfarbenes Pigment neben Hämato- porphynn welches durch Laugenzusatz nicht niedergeschlagen wurde, wohl aber durcli Barytzusatz zum alkalischen Filtrat. Der mit Schwefelsäure zersetzte Niederschlag gab eine rote Losung ohne Absorptionsstreifen, die durch Alkali entfärbt, durch Säurezusatz restituiert wurde. Das Pigment war nicht mit Äther ausschütteibar, sonst dem Pigment Leu bes ähnlich. Als erster dürfte Neusser«) einen solchen Farbstoff beschrieben haben Auch Hammarsten’) hat auf hamatoporphyrinähnliche Pigmente aufmerksam gemacht. Hämatoporphyrin ist im Harne, soviel bekannt, nur mit alkalischem und mit metallischem Spektrum beobachtet worden. Hämatoporphyrin mit metallischem Spektrum fand Garrod (1. c.) bei der Extrak tum von Harnsäureniederschlägen mittels Amylalkohol. Es löste sich leicht in Chloroform und Lssigäther, in heißem abs. Alkohol, nicht in kaltem. Der Amylalkohollösung wurde beim Schütteln mit konx. Chlornatriumlösung Hämatoporphyrin entzogen, während Uro- erythrin in Lösung blieb (NB.: gewöhnliches Hämatoporphyrin geht aus Amylalkohol nicht in Chlornatrium über). Neben dem 4bändrigen alkalischen Spektrum wurde auch ein öbandnges beobachtet (neben den 4 charakteristischen Streifen noch ein Streifen bei C: Le Nobels Isohämatoporphyrin). Nach Mac Munn8) kommt Hämatoporphyrin auch bei Tieren vor, die kein Hämo- globin haben. Für den Nachweis von Blutfarbstoffen und von allen seinen Abbauprodukten ist die spektroskopische Untersuchung ev. neben der Darstellung von Hämin oder von Donoganys sog. Hämo- chromogenkrystallen ausschlaggebend, da bei allen anderen Proben Täuschungen unterlaufen können. Bei geringer Blutfarbstoffmenge muß der Blutfarbstoff vorher ausgefällt werden. Von den Spektroskopen empfehlen sich solche von geringer Dispersion wie die Taschenspektroskope ä vision directe, von (Jenen auch die einfacher konstruierten mit festgestelltem Spalte den meisten unserer Aufgaben genügen. Zur ungefähren Orientierung im Spektrum dienen bei Beobachtung im Tages- lichte die Fraunhoferschen Linien ebensogut wie willkürliche Skalen. Von großem Vorteile wäre der Ersatz der Prismenspektroskope durch Gitter- spektroskope, da bei den letzteren die einzelnen Spektralgegenden gleichmäßig dispergiert sind, infolgedessen die Lichtverteilung im Spektrum eine gleichmäßige ist; durch das Zusammendrängen des Blau und Violett werden Streifen in diesen Spektralgegenden, auch diffuse Lichtauslöschungen, viel deutlicher erkannt. Es scheint kein Zweifel zu sein, daß die Gitterspektroskope, da jetzt Abklatschgitter zu billigen Preisen in den Handel kommen — ich habe mehrere Jahre hindurch solche von A. B. Porter, Scientific Shop, Chicago, in Verwendung —, einen Fortschritt bedeuten. Einen großen Fortschritt zur Charakterisierung strittiger Spektralerscheinungen wird weiterhin die objektive Darstellung der Spektren auf photographischem Wege bringen, wie sie jüngst von Lewin, Miethe und Stenger9) und von Rost, Franz und Heise10) x) M. Stokvis, Ned. Tijdschr. v. Geneesk. 1889; Malys Jahresber. d. Tierchemie 19, 463 [1899]. 2) H. Quincke, Berl. klin. Wochenschr. 1892, 889. 3) A. Käst u. Th. Weiß, Berl. klin. Wochenschr. 1891», 621. 4) G. L. Thornton, Lancet 1904, 888. 5) J. Calvert u. A. E. Garrod, Trans. Clin. Soc. Ld. 34, 41 [1901]. ®) E. Neusser, Sitzungsber. d. Wiener Akad. 84, III, 536 [1881], 7) O. Hammarsten, Skand. Archiv f. Physiol. 3, 319 [1892]. 8) Ch. A. Mac Munn, Journ. of Physiol. (>, 22; T, 240 ; 8, 384.[1887]. 9) L. Lewin, A. Miethe u. E. Stenger, Archiv, f. d. ges. Physiol. 118, 80 [1907]. l0) E. Rost, Fr. Franz u. R. Heise, Arbeiten a. d. Kaiserl. Gesundheitsamt 32, Heft 2 [1908],](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123347_0001_0978.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)