Volume 1
Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg.
- Date:
- 1911
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg. Source: Wellcome Collection.
979/1004 (page 935)
![für einige Blutfarbstoffe durchgeführt worden ist, wobei zur Bestimmung der Spektral- gegenden zweckmäßig das Heliumspektrum nach A. Tschermaks1) Vorschlag gleich- zeitig mit photographiert wird. Die genaue Bestimmung der Wellenlängen macht bei Anwendung von Gittern keine Schwierigkeiten. Zur spektroskopischen Untersuchung darf der Harn nicht stark trüb sein. Trüber Harn ist mit wenig kohlensaurem Natrium zu versetzen (10 ccm Harn mit 3 4 Tropfen einer 10 proz. Natriumcarbonatlösung) und dann zu filtrieren. Bleibt auf dem Filter ein stark gefärbter Rückstand, so wird derselbe mit 1 3 pro nulle Natriumcarbonatlösung aufgenommen, wodurch häufig direkt eine zur spektroskopischen Untersuchung geeignete Lösung erhalten wird. Die zur Untersuchung verwendete Probe wird knapp vor den Spalt des Spektralappa- lates ge bi acht und gegen eine starke Lichtquelle, bei hellem Tageslichte gegen den Him- mel, betrachtet. Erscheint das Spektrum zu dunkel, so muß der Harn vorsichtig mit Wasser verdünnt werden. Eine einzige Spektralerscheinung darf im allgemeinen nie als hinreichend für den Nachweis eines Farbstoffes angesehen werden, wenn nicht durch die Darstellung derselbe schon genügend identifiziert erscheint. Oxyhämoglobin und Met- hamoglobin werden,durch Reduktionsmittel (Stokes’ Reagens, ein nicht zu stark gelbes Schwefelammomum) in Hämoglobin übergeführt. Man gibt zu 5 bis 10 ccm der zu unter- suchenden Losung einige Tropfen von einem der genannten Reagenzien, läßt vor der Be- obachtung einige Minuten ruhig stehen. Das Hämoglobin kann durch Schütteln mit Luft- sauerstoff in Oxyhämoglobin verwandelt werden; durch Einleiten von Kohlenoxyd (auch Leuchtgas genügt m den meisten Fällen; es ist zweckmäßig, mit einer Versuchsprobe erst frhXpnBraT^hbarkeit festzustellen) kann man das Spektrum des Kohlenoxydhämoglobins erhalten, welches durch Reduktionsmittel nicht weiter verändert wird. 10 bis 20% Lause “che^nektennfrr Rcdukti°nsmittel- ferner Hydrazinhydrat geben das sehr charakteristi- sche bpektium des Hamochromogens, welches auch dann noch deutlich zu erhalten ist A W? 'r ers^eannten Spektren nur undeutlich sich zeigen. Auch die Untersuchung auf Absoiptmnsstreifen im Ultraviolett scheint von Wert zu sein; bisher hegen noch zu wenig rfef Ov W6n d?rnber V,°r' Das. Spektrum des Kohlenoxydhämoglobins ist schärfer als das des Oxyhämoglobins, dieses wieder scharfer als das des Methämoglobins und des (redu- zierten) Hämoglobins Ob Oxyhämoglobin oder Methämoglobin im Ham ursprünglich Aren|ln' en lst’Iaßtsich kei geringem Blutfarbstoffgehalt meist nicht entscheiden, da Weine Mengen von Oxyhämoglobin rasch im Harn in Methämoglobin übergehen Hämatin g bt in schwach alkalischer Flüssigkeit mit einem der drei genannten Luft <wfe^^^1^äma^aübe^^t? ~ Hämochromogen> welches beim Schütteln an der Zur Konzentrierung von Blutfarbstoff kann der Harn- 1. rmt Gerbsäure gefällt werden. Nach Struve*) wird der Harn mit rnmomak oder Lauge schwach alkalisch gemacht, dann mit Gerbsäurelösung Gerbsäure wird mit Wasser bis zur eingetretenen Klärung schwach erwärmt , osung-ist immer frisch zu bereiten) versetzt, sodann mit Essigsäure . v ach angesauert, der Niederschlag wird auf einem Filter gesammelt, mit Wasser gewaschen und entweder Mpna) Z1Ur Dar®te,Uung von Häminkrystallen verwendet, indem eine kleine eimg?Tdronfn°CF- feUchtei\ Niederschlages, ein Körnchen Chlornatrium und imge Tiopfen Eisessig auf einem Uhrgläschen vorsichtig über einem kleinen Flammchen erwärmt werden, so daß die Flüssigkeit nicht ins Sieden kommt m verdunstende Eisessig wird ersetzt. Nach einigen Minuten haben sicli die harakteristischen mikroskopischen Häminkrystalle gebildet, die in Lauge löslich hirK I1 dl'°h Reduktlonsmittel in Hämoohromogen verwandelt werde/können Weise ” Hämin^beTgührt we^T^ gefäUt Und kann in Richer n’,95,[1901]- |j?e übersichtliche Dar- Jena 1909. 8 Absorptionsspektra gibt O. Sc h u m m, Klinische Spektroskopie, -) H. Struve, Zeitschr. f. analyt. Chemie II, 29 [1872],](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123347_0001_0979.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)