Volume 1
Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg.
- Date:
- 1911
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Credit: Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg. Source: Wellcome Collection.
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![Mit dem reichlichen Phosphatniederschlage1) fällt das Hämatoporphyrin heraus, Nach dem Absetzen des Niederschlages wird die überstehende Flüssig- keit durch einen Heber entfernt, hierauf wird der Niederschlag auf ein Filter gebracht, mit Wasser und schließlich mit Alkohol gewaschen (nach Garrod ist es zweckmäßig, den Niederschlag vom Filter in ein Becherglas abzuspritzen mit V\ asser zu verrühren und dann wieder aufs Filter zu bringen; dann wird das Wasser mit Alkohol verdrängt). Der Niederschlag wird in salzsäurehaltigem Weingeist verteilt, gut zerrührt, hierauf wird die Lösung filtriert. Das Filtrat zeigt das saure Hämatoporphyrinspektrum. Zur weiteren Reinigung macht man es mit Ammoniak alkalisch, löst gleich darauf in Essigsäure und schüttelt mit Chloroform aus. Die Chloroformlösung zeigt, wenn nicht spektrum UberSchuß VOn Essigsäure verwendet wurde, das alkalische Hämatoporphyrin- V°n störenden Farbstoffen, die mit dem Phosphatniederschlage ausfallen, kommt Blutfarbstoff in Betracht, durch den das Hämatinspektrum neben dem Hämatoporphyrinspektrum entsteht. Chrysophansäure gibt dem Phosphat- niederschlag [Garrod2)] eine bläulichrote Farbe, die durch salzsäurehaltigen Alkohol gelb wird, auf Ammonia^zusatz aber eine starke Verdunklung des Spektrums gibt. Urobilin ist nach Le Nobel3) und Zoja4) aus einer sauren wässerigen Hämatoporphyrinlösung durch Chloroform zum großen Teile zu entfernen. Während Hämatoporphyrin durch Äther, Essigäther, Chloroform, Benzol, Petro- leumäther [Stokvis, Salkowski, Hammarsten (1. c.)] — nach Keyzer5 *) ist es in Essigäther hier und da löslich gefunden worden — dem Harne nicht entzogen wird, so geht nach Riva und Zoja8) Hämatoporphyrin in reinen Amylalkohol über (neben Urobilin und Uroerythrin). Zum Nachweis nach Riva und Zoja werden 500 ccm Harn mit 50—60 ccm Amylalkohol sanft geschüttelt. Der Amylalkohol gibt dabei meist eine Emulsion, welche sich nach Huppert beim Filtrieren durcli ein mit Amylalkohol be- feuchtetes Filter trennt. Die amylalkoholische Lösung zeigt dann das alkalische Hämatoporphyrinspektrum, beim Schütteln mit starkem Ammoniak (1 ccm) nimmt dieses das Hämatoporphyrin auf. Zur Reinigung werden nach Zoja der Amylalkohollösung einige Tropfen ammoniaka- lischer alkoholischer 1 proz. Chlorzinklösung zugesetzt. Durch diese scheidet sich das Hämatoporphyrin allmählich aus. Der Niederschlag wird mit Amylalkohol, Weingeist und Äther gewaschen, in salzsäurehaltigem Alkohol gelöst, wobei das saure Hämatoporphyrin- spektrum auftritt; durch überschüssige Lauge wird dann das alkalische Spektrum erhalten. Nach Garrod ist auch Tetrachlorkohlenstoff ein gutes Lösungsmittel für Hämatoporphyrin. Nacli Saillet7) wird dem durch Essigsäure ungesäuerten Harn durch Ausschütteln mit dem gleichen Volumen Essigäther neben etwas Hämatoporphyrin das Chromogen desselben entzogen, das am Licht in Häma- toporphyrin übergeht. Aus der Essigätherlösung wird dies dann mit 5 proz. Salzsäure neben Urobilin extrahiert. Bei Gegenwart von viel Hämatoporphyrin wird es nach Salkowski8) durch eine Mischung, welche gleiche Volumina Barytwasser und 10% Chlor- x) Phosphatarmem Harn fügt man eine in Essigsäure gelöste Mischung von Chlor- calcium- und Natriumphosphatlösung zu. 2) A. E. Garrod, Journ. of Physiol. 13, 618 [1892]. 3) C. Le Nobel, Archiv f. d. ges. Physiol. 40, 514 [1887]. 4) L. Zoja, Arc.h. ital. de biol. I!) [1893]. 5) J. Keyzer, Inaug.-Diss. Freiburg 1897; Malys Jahresber. d. Tierchemie 27, 782. ®) A.Riva u. L. Zoja, Gazz. med. di Torino 1892, Nr. 22. —Zoja, Arch. ital. di biol. 19. 7) Saillet, Revue de med. Iß, 543 [1896]. 8) E. Salkowski, Zeitschr. f. physiol. Chemie 15, 294 [1891].](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123347_0001_0982.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)