Volume 1
Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg.
- Date:
- 1911
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Der Harn : sowie die übrigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier ihre Untersuchung und Zusammensetzung in normalem und pathologischem Zustande ein Handbuch für Ärzte, Chemiker, und Pharmazeuten sowie zum Gebrauche an landwirtschaftlichen Versuchsstationen / bearbeitet von A. Albu [and others] ; herausgegeben von Carl Neuberg. Source: Wellcome Collection.
985/1004 (page 941)
![Für den Harn ist allerdings dieses Verfahren nicht zu benützen, da durch die Säure Wirkung verschiedene Chromogene in Farbstoffe übergeführt werden. Ebenso kann von den Ver- suchen, das Eisen in der Harnasche colorimetrisch zu bestimmen und auf Blutfarbstoff zu beziehen, kein brauchbares Resultat erwartet werden, da einerseits die Eisenmengen pathologischer blutfreier Harne sehr verschieden sind1) und nur bei großen Blutmengen, die direkt rascher und genauer zu bestimmen sind, das Resultat eindeutig sein könnte, andererseits aber sind die colorimetrischenEisenbestimmungsmethoden nicht einwandfrei2), vielleicht von Spezialfällen abgesehen3). c. Bestimmung mittels des Spektrophotometers. Das Prinzip der Spektro- pliotometrie ist die Helligkeitsvergleicliung in monochromatischem Lichte, so daß eigentlich von der Farbenempfindlichkeit des Beobachters abgesehen ist (die Farbe des Gesichtsfeldes von vornherein als nebensächlich erscheint) und nur Lichtintensitäten zum Vergleich kommen. Wenngleich dadurch eine weit größere Verläßlichkeit der Beobachtung gegenüber colorimetrischen Methoden erreicht wird, so hat sich doch ergeben, daß die Empfindlichkeit der Augen verschiedener Beobachter in den einzelnen Spektralbezirken eine verschiedene ist, demnach in verschiedenen Spektral- gegenden die Genauigkeit der Beobachtungen eine entsprechend verschie- dene ist. Um einen Farbstoff optisch völlig zu charakterisieren, müßte seine Licht- absorption für Licht jeder Wellenlängen bestimmt werden. Denn wenn auch viele Körper charakteristische Absorptionsstreifen zeigen, so ist doch, soweit bis jetzt bekannt, niemals nur in den Gegenden der Absorptionsstreifen allein eine Lichtabsorption vorhanden, vielmehr stellen die Absorptionsstreifen nur Maxima der Lichtauslöschung dar. Bisher ist die Aufgabe, in einheitlichem monochromatischen Lichte zu beobachten, praktisch noch nicht gelöst. Es werden aus einem reinen lichtstarken Spektrum durch geeignete Abblendevorrichtungen kleine Teile des Spektrums isoliert, innerhalb welcher das Licht dem Auge des Beobachters fast oder ganz homogen erscheint (Lichtstrahlen von etwa 10 fifj Differenz). Dieses Lichtbild gelangt 1. in unveränderter Lichtstärke, 2. nach- dem es den lichtabsorbierenden Körper passiert hat, in das Auge des Beobachters. Durch geeignete Vorrichtungen (Rauchglaskeile, Vierordt; Objektivspaltverengerung, Krüß; Lichtauslöschung durch Polarisation, Hüfner) ist nun das erste Lichtbild so weit ab- zuschwächen, bis es den gleichen Helligkeitsgrad hat wie das zweite. Um den Grad der Lichtabsorption eines Körpers, dessen Absorption für die verschiedenen Spektralgegenden bekannt ist, zu der Bestimmung der Menge dieses Körpers verwenden zu können, müssen wir wissen, in welchen Beziehungen der Grad der Lichtauslöschung zu der Menge der licht- auslöschenden Substanz steht. Bouguer und Lambert4 5) haben dafür um die Mitte des 18. Jahrhunderts die folgenden zwei Gesetze formuliert: 1. Das Verhältnis der durch eine beliebige Schicht durchgelassenen Lichtmenge zu der auffallenden Lichtmenge ist von letzterer unabhängig. 2. Vergleichen wir verschieden dicke Schichten derselben Substanz, so nimmt die durchgelassene Lichtmenge in geometrischer Progression ab, wenn die Dicke in arith- metischer Progression wächst (Lamberts Gesetz). Dl® Gültigkeit des Lambertschen Gesetzes für Lösungen, indem neben der Schicht- dicke die Konzentration eingeführt wird, hat Beer«) bewiesen. Dieses Gesetz ist oft nachgepruft worden mit dem Ergebnis, daß es in allen Fällen gültig ist, in denen bei Konzentrationsandeningen die Zusammensetzung der lichtabsorbierenden Substanz sich nicht ändert. i A- Neumann u. A. Mayer (Zeitschr. f. physiol. Chemie 3», 143 [1902]) fanden 1—8 mg Eisen pro Tag. 2) G. Krüß u. H Moraht, Berichte d. Deutsch, ehern. Gesellschaft 22, 2061 [1889] Eu. H. Kruß, Colonmetrie u. quant. Spektralanalyse 1891, 177. — P. Hoff mann, Zeitschr. f. analyt. Chemie 40, 72 [1901]. I! SV' T- Oerum, Zeitschr. f. analyt. Chemie 43, 147 [1904], q , J , fayser- Handb. d. Spektroskopie 3, 10 [1905]. — G. Hüfner, Über quant Spektralanalyse, Journ. f. prakt. Chemie 1877, 290. 4 5) Beer, Poggendorffs Annalen 86, 78.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123347_0001_0985.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)