Anleitung zur Untersuchung des Harnes : mit besonderer Berücksichtigung der Erkrankungen des Harnapparates / von K.B. Hofmann und R. Ultzmann.
- Karl Berthold Hofmann
- Date:
- 1878
Licence: Public Domain Mark
Credit: Anleitung zur Untersuchung des Harnes : mit besonderer Berücksichtigung der Erkrankungen des Harnapparates / von K.B. Hofmann und R. Ultzmann. Source: Wellcome Collection.
200/212 page 186
![rakteristischer Betund bei altem haemorrhagischcn Gewebe, und in- soferne für den Blasenkrebs von diagnostischer Bedeutung. ' Auch findet man in solchem nekrotischen pulpösen Gewebe nicht selten ganz eigenthümliche Krystalle, welche, wie man aus besser erhaltenen Objecten lernt, dem Zottengewebe eigen sind und im Harne nur in demselben vorgefunden werden und daher für dasselbe eine diagnostische Bedeutung besitzen. Es sind dies kleine farblose runde Rosetten, die sich nur in concentrirten Säuren und Alcalien, und zwar ohne Gasentwicklung auflösen. Verdünnte Essig- säure lässt dieselben unverändert. Sie bestehen höchst wahrscheinlich aus oxalsaurem Calcium, da sie bei Säurezusatz nach dem Glühen lebhaft aufbrausen. Diese Krystallform für oxalsaures Calcium findet man, wie erwähnt, nur im Parenchym des Zottengewebes und nur bei saurem Harn. Ist der Harn stark alcalisch und ist ein bedeutender eitriger Blasencatarrh nachweisbar, so findet man das nekrotische Zotten- gewebe vollständig von Erdphosphaten und harnsaurem Ammoniak inkrustirt. Die Patienten haben das deutliche Gefühl, dass Sand durch die Harnröhre abgeht, und verlangen gewöhnlich nach einer explorativen Untersuchung der Blase auf Stein. Untersucht man mikroskopisch kleine weichere Partieen dieser inkrustirten Flocken, so findet man nur ein von Bacterien durch- setztes festeres, sonst aber homogenes Gebilde von feinen nadel- förmigen Krystallgruppen (krystallinisch-phosphorsaurem Calcium), von grösseren Krystallen (phosphorsaurem Ammon-Magnesium) und von harnsaurem Ammon. Zuweilen kann man auch etwas von dem derberen Gerüste des Zottenkrebses in diesen inkrustirten Flocken nachweisen. 3. Blasensteine. Sind Steine in der Harnblase vorhanden, dann findet man gewöhnlich nach stärkerer körperlicher Bewegung Blut im Urin, während dasselbe nach längerer Ruhe wieder verschwindet. So ist gewöhnlich bei Blasensteinen der Tagurin blutiger als der Urin bei ; Nacht zum Unterschiede von anderen Arten der Haematurie, welche ] constant und zu jeder Zeit Blut im Harne sehen lassen. | Die Blasensteine verursachen häufig einen Blasenkatarrh. | Sind die Steine noch klein und haben sie eine glatte Oberfläche, wie z. B. die aus Harnsäure bestehenden, dann findet man nur einen k](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28106477_0200.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image