Příspěvky k dějinám moru v zemích českých z let 1531-1746 : z archivu Musea Království českého / podáva Václav Schulz.
- Václav Schulz
- Date:
- 1901
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Credit: Příspěvky k dějinám moru v zemích českých z let 1531-1746 : z archivu Musea Království českého / podáva Václav Schulz. Source: Wellcome Collection.
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![gegangen, würcklich unterfangen einiges Pul wer auss der Rocktaschen be¬ ständig neben ihm hergehend auf öffentlicher Gassen höchst sträflich undt mehr als unchristlich auszustrewen. Wie dann dieser, umb es vor denen hin undt her gegangenen Leuthen genaw zu verbergen sich etlichmahlen zur Erden gebückt und fingiret. als wolte oder müssete er an denen Schuhschnallen was machen; unterdessen aber würcklich das Pulver durch die Finger so dickh, dass man es auch aufraffen können, ausgesäet; wie dann bereits Caspar Dietrich, welcher ihme viermahl bucken, dann Andreas Hubatschke undt Wentzel Vrbascheckh hiesigen Schulmeisters [sic] ge- wiessenschaft aussagen. Ein dergleichen ausgestrewtes Pulver auch die Elisabeth Bayerin und Hanns Lemblin mit Augen ausstrewen gesehen undt gleich hinter ihm aufgehoben, Bey dem Carl Schwach, der es mit Augen ge¬ sehen, dieser Doctor in seinem Gewölb, als er sein kranckes Kindt besuchet, ihngleichen ein weises Pulver zur Erden fallen lassen. Ingleichen betewert dieFrantz Schindlerin, dass selbte heunt ein solches weises Pulver desgleichen aufgerafet, so würcklich vor Mercurium gehalten wirdt. Wiederumbe Georg Richters Dienstmensch wiel mit gutem Gewissen ausreden, dass selbte vor 14 Tägen gesehen ein dergleiches Pulver unweit Herrn Primatoris Haus von bemelten Doctor ausstrewen. Des Frantz Schencken seinem Söhnl von 5 Jahren hat er gesunderweis ein Praeservativ geben, dass dieser änderten Tags frühe steintodt gewesen. Dann hat ietzt gleich mit zäherflüssenden Augen der Georg Mann als Gastwierth, wo der Doctor erstlich einge¬ kehrt, angebracht, dass ihme zwei Cappauner, 1 Henne, 3 Hünel umbge- fallen undt steintodt gewesen, so gleichmässig einem solchen Pulver die Uhrsach gegeben wirdt. Wannen dann löbl. undt W. W. Magistrat bey diesen Umbständen wür mit einem gahr schlechten Medico versehen undt die Erfahrnuss es auch klar in Tag giebt, dass Zeith seines Hierseins er sich nicht mit einer eintzigen Persohn, welchen er aufgeholfen hätte, wohl aber so vielen selbter eingegeben, gleich zum Todt mit Herausschüssung häufiges Bluths durch Nasen undt Mundt jämmerlichen hingerichtet, zu rühmen hat; ja was gahr erschröckliches seyn kann, diejenige, welche sich vor einige Seuche gesunder praeserviren wollen, von seiner gegebenen Medicin, gleich wie es selbter an seine interim von hierauss ihme gegebene Köchin, einem jungen Menschei etwann von 20 Jahren, würcklichen vollendet hat, wo nicht des Todtes baldt sein, wenigst in höchst gefährlichen Kranckheit alsogleich gefallen undt seindt dargegen einige würcklich inficirte Persohnen gewesen, dass selbte durch die Gnade Gottes, weihen sie von ihme Doctor gahr nichts einnehmen wollen, wiederumben von selbsten frisch undt gesundt worden; welche aber dato sein Medicin gebraucht, allsamben, wann sie kaum hinauf in das Lazareth kommen, gleich darauf vorbey seyn. Wo uns doch sam- bentlicher Nachbahrschaft in wahrhafter Gedächtnus bekandt, dass unser 4 ' Baader Anton Fournier in einer kurtzen Zeith in eben solchem Zustandt nachfolgende Persohnen, als Tobias Strotzke, seine Schwägerin, hiesigen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28977312_0209.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


