Zur Physiologie und Pathologie des Central-nervensystems mit besonderer Berücksichtigung der Sehhügel und der Hemmungsfunction : auf Grund selbständiger Versuche / von Friedrich Simbriger.
- Simbriger, Friedrich.
- Date:
- 1896
Licence: Public Domain Mark
Credit: Zur Physiologie und Pathologie des Central-nervensystems mit besonderer Berücksichtigung der Sehhügel und der Hemmungsfunction : auf Grund selbständiger Versuche / von Friedrich Simbriger. Source: Wellcome Collection.
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![lässt sicli nicht bloss auf die Extremitäten beziehen, obwohl es (allgemeine Krämpfe) für ihre Beeinflussung durch dieselbe spricht. Sehr wertvoll ist jedoch die Angabe Balogh's(12) (Vortrag in der ung. Akademie der Wissenschaften am 8. Mai 1876), dass auf Reizung der oberen Fläche des Hinterlappens des Kleinhirns und auch in der Nähe des Vorderlappens, das Thier sich auf den starr sich ausstreckenden 4 Extremitäten erhob. Die Bedeutung des Kleinhirns für Locomotion und Erhaltung des Gleichgewichtes für die Tastempfindung und den Muskelsinn (nach Luciani(13) für die sthenische, tonische, trophische und statische Function aller Körpertheile, jedoch insbesondere der Extremitäten und von diesen mehr der unteren [hinteren]), wäre durch in der Brücke befindliche Extremitätencentren unserem Verständnis wesentlich näher gerückt. Auch für die vielfältige Verwendbarkeit der Gliedmassen, besonders der oberen des Menschen, wäre im Kleinhirn ein weiteres mate- rielles Substrat gegeben, was um so wichtiger erscheint, als die in der Grosshirnrinde liegenden Centren derselben verhältnismässig klein sind. Auf die Localisation mindestens eines grossen Theils der Ex- tremitätencentren in der vorderen (beim Menschen oberen) Partie des Cerebrospinalorgans weist auch die Möglichkeit des Zustande- kommens^'vollständiger Lähmung der Extremitäten nach Verletzungen des Halsmarkes hin. So beobachtete Tauszky (Wiener medic, Presse ^878) in einem Falle von Bruch des Halses, wo nach 5 Tagen der Tod erfolgte (nebst Priapismus, Harn- und Stuhver- haltung und Empfindungslosigkeit des Stammes) vollständige Para- plegie der Extremitäten. Die obere Hälfte der Halsschwellung fand sich zu einem blutig gestriemten Brei umgewandelt. Und solche Fälle kommen ja nicht etwa selten vor. Sie erin- nern'^an die Versuche von Goltz, sowie von Herzen und Schiff, denen zufolge die Reflexerregbarkeit des Rückenmarkes durch Ab- trennung der Med. obl. bei Säugethieren gänzlich vernichtet wird. Müsste die Reflexerregbarkeit der Extremitäten nach solchen Ver- letzungen nicht auch bei diesen Thieren erhalten bleiben, wenn die Extremitätencentren ihren Sitz im Rückenmarke hätten? Labor de hält die Lähmung, welche nach halbseitiger Durchschneidung des Rückenmarkes an der gleichseitigen Gliedmasse eintritt, obgleich er sie (ebenso wie Vulpian, Brown-Secquard, van Kempen) als nicht ganz vollkommen bezeichnet, für schwer erklärlich. Der bei weitem grösste Theil der Reflexerregbarkeit fällt eben weg, ohne](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077861_0122.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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