Zur Physiologie und Pathologie des Central-nervensystems mit besonderer Berücksichtigung der Sehhügel und der Hemmungsfunction : auf Grund selbständiger Versuche / von Friedrich Simbriger.
- Simbriger, Friedrich.
- Date:
- 1896
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Credit: Zur Physiologie und Pathologie des Central-nervensystems mit besonderer Berücksichtigung der Sehhügel und der Hemmungsfunction : auf Grund selbständiger Versuche / von Friedrich Simbriger. Source: Wellcome Collection.
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![intensivesten an jenem Körpertlieil äussern wird, dessen Innervation aus der den cephalen Centren entferntesten Centralstelle hervorgeht; denn für diese wird bei Allgemeinleiden des Organismus die luner- vationskraft des Ernährungscentrums am frühesten geschwächt werden, oder auch gänzlich verloren gehen. Es gibt ferner eine nicht geringe Zahl von Krankheitszustän- den, welche direct auf ein Extremitätencentrum im Pons hinweisen. Vielleicht sind schon die an Diphtheritis sich anschliessende Lähmung, die Tetanie und die Thomson'sche Krankheit hieher zu zählen, weil das Fortschreiten, beziehungsweise Auftreten, des pathologischen Processes auf das nahe Beieinanderliegen der Centralstellen, welche die Gebilde des Kopfes, und jener, welche die Gliedmassen inner- vieren, hinweist. Nur das Afficiertsein des motorischen Feldes der Hirnrinde müsste ausgeschlossen werden können. Mit grösserer Sicherheit ist w^ohl die Basilar-Meningitis hier anzuführen, und zwar in Betreff des mit oder bald nach der Nackenstarre auftretenden Krampfzustandes der Extremitäten, w^elcher auch hier auf Ergriffen- sein der grauen Substanz (Tuber. ein., Lamina perf. post., ventrales Brückengrau), und nicht der pedunculären Markfasern, zurückzu- führen ist. Ferner kann die bei Trombose der Art. cerebelli inf. (wahrsch. inf. ant.) eintretende Lähmung der Extremitäten geltend gemacht werden, da sie wohl nur auf Blutarmut des Brückengraues und etwa noch der Kleinhirnrinde bezogen werden kann. Lähmung des Tastsinns der Extremitäten, bei partieller Steifheit und Lähmung derselben, findet sich bei Tumoren der Brücke, bei deren Erkran- kungen sonst Muskelspannung, Krampf und Contractur der Extre- mitäten als die Hauptsymptome gelten. Es braucht kaum daran erinnert zu werden, dass wir hier dieselben Symptome vor uns haben, wie bei der experimentellen Verletzung des Pons. Trotz all dem bisher Angeführten müsste der Ursprung der Extremitätennerven aus einem Centi-altheile, der sich den Inner- vationsstellen des Kopfes und Halses unmittelbar anschliesst, zum mindesten unerklärlich erscheinen, wenn nicht auch die vergleiciiende Anatomie und die Evolutionslehre wichtige Belege für die Wahr- scheinlichkeit eines solchen Verhaltens darböte. Wir können und müssen absehen von den niedrigeren Typen des Thierreiches, obgleich in der gleichen Diff'erencierung der Keim- zellen (Trennung in das Ecto-, Meso- und Eutoderm) von den Coe- lenteraten bis zu den Wir])e]thicren ein und dieselbe Voranlage ge- geben ist, wie auch Wundt liervorliebt. Wir sehen also ab von](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077861_0124.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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