Das Beriberi-Herz : Morphologie, Klinik, Pathogenese / von K.F. Wenckebach.
- Wenckebach, K. F. (Karel Frederik), 1864-1940.
- Date:
- 1934
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Credit: Das Beriberi-Herz : Morphologie, Klinik, Pathogenese / von K.F. Wenckebach. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Der Anblick, den der Patient bietet, das klinische Bild, kamen mir bekannt vor. Kurze Zeit vor meiner Abreise batte ich einen diesem Zustand ähnlichen Fall beobachtet und das gleiche schwerste Elend (distress) des nach Luft ringenden Kranken [ s. Wenckebach (58), S. 53] gefunden. Es handelte sich um einen Fall schwerster rechtsseitiger Herzinsuffizienz mit plötzlich aufgetretener Tricuspidal- insuffizienz und maximaler Leber- und Venenstauung. Der Zustand war bei offenbar sehr geschwächtem Herzmuskel durch das anfängliche Weglassen der Digitalis¬ behandlung entstanden und war nach ausgiebigem Aderlaß der Digitalisbehandlung noch zugänglich. Der Ernst der Lage zeigte sich dadurch, daß Patient wenige Wochen nach seiner Abreise plötzlich starb. Tn den wenigen Fällen, die mir zu Gesicht kamen, war der Patient nicht mehr gänzlich compos mentis. Er antwortete zwar schwach auf gestellte Fragen, war aber offenbar außerordentlich erschöpft; der zweifel¬ los vorhandene Sauerstoffmangel wird zu diesem Zustand wohl mitgewirkt haben. Auch war die Stimme auffallend aphonisch. Der allgemeine Eindruck war: hier erstickt ein Mensch in dem Stausee, der Herz, Leber und das ganze zentrale Venensystem überfüllt, jedoch fehlt die Lungen¬ überschwemmung bis in die letzten Stunden hinein. Diese mag dann schließlich durch erhöhte Behinderung des Gaswechsels in den Lungen das Ende beschleunigen. Verwunderlich klingt in solchen Fällen die Anamnese: Patient fühlte sich eigentlich bis vor einer Woche noch nicht krank. Dann fingen die Beschwerden an, mit Lähmungsgefühlen in den Beinen, Schwäche, Herz¬ klopfen, auch schon Kurzatmigkeit. Er begibt sich auf die Reise zum Spital, kommt in elendem Zustand an, und häufig ist er schon nicht mehr zu retten. Oder, wie Pekelharinci und Winkler (46) schon erzählen: Ein inländischer, erst vor kurzem zugereister Soldat trifft vormittags beim Scheibenschießen noch die Rose, nachmittags wird er schwerkrank ins Spital eingeliefert, und in der Nacht stirbt er. Alle diese ungewöhn¬ lichen Erscheinungen waren noch nicht restlos in ihrem Wesen erkannt; vieles erscheint jetzt erklärbar und wenigstens begreiflich.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30009820_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)