Handbuch der klinischen Mikroskopie : mit Berücksichtigung der wichtigsten chemischen Untersuchungen am Krankenbette und der Verwendung des Mikroskopes in der gerichtlichen Medicin / von Giulio Bizzozero.
- Giulio Bizzozero
- Date:
- 1883
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Credit: Handbuch der klinischen Mikroskopie : mit Berücksichtigung der wichtigsten chemischen Untersuchungen am Krankenbette und der Verwendung des Mikroskopes in der gerichtlichen Medicin / von Giulio Bizzozero. Source: Wellcome Collection.
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![durch Verlängerung oder Verkürzung des Tubus, variirt werden kann. 2) Aus einem Objektiv L, das streng genommen aus einer einzigen Linse bestehen kann, in der neueren Zeit aber gewöhnlich aus 3-4 Linsen- systemen zusammengesetzt ist, wovon jedes wieder je eine biconvexe und planconcave Linse aus verschiedenem Glase in sich schliesst. Dieses Objektiv wird an den Tubus geschraubt. Immersionslinsen nennt man sehr scharfe Objektive, durch welche man deutlichere und korrektere, beinahe fehlerfreie Bilder erhält da- durch, dass man zwischen das Deckgläschen und eine solche Ob- jektivlinse einen Tropfen irgend einer Flüssigkeit, gewöhnlich Wassers bringt. Unter Correktionsobjektiven verstehen wir solche, bei welchen man durch eine an denselben angebrachte Schraube den Zwischen- raum der vorletzten und letzten Objektivlinse beliebig verändern kann. Durch diese Vorrichtung ist es gegeben, die etwaigen durch die Dicke des Deckglases entstehenden Fehler zu eliminiren. Die Mechaniker des Continentes pflegen an den Objektiven Immersion und Correktion zu vereinigen; — die Engländer hingegen ziehen die gewöhnlichen Objektive blos mit der Correktion vor. Alle diese eben genannten Objektive spielen in der praktischen Medicin eine ganz untergeordnete Rolle. 3) Aus einem Ocular 0, welches ganz einfach oben in den Tubus eingefügt wird. Es enthält zwei planconvexe, an den beiden Enden angebrachte Linsen [ocular collektiv], die mit der Planfläche gegen das Auge des Beobachters gerichtet sind. Im Focus der Ocularlinse ist ausserdem ein Diaphragma angebracht, an welches, wie Wir später sehen werden, das Ocularmikrometer befestigt wird. Das zu untersuchende Objekt ruht auf dem Objekttischchen, einer ge- wöhnlich metallnen Platte, die in der Mitte an der dem Objektiv entsprechenden Stelle eine runde Oeffnung besitzt. Die Untersuchung eines Objektes beruht auf dessen Durchsichtigkeit; das mittelst eines unter dem Stativ befindlichen Spiegels S reflektirte Licht gelangt durch jene Oeffnung zum Präparate und beleuchtet es. Der Spiegel ist an einer Seite concav, an der anderen plan, die concave Fläche ertheilt ein intensiveres Licht, was bei stärkerer Vergrösserung er- forderlich ist. Das durch den Spiegel reflektirte Licht muss je nach der Durch- sichtigkeit des zu untersuchenden Präparates mehr oder weniger intensiv sein. Dies erreicht man durch unter dem Tischchen ange- 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21042391_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


