Handbuch der klinischen Mikroskopie : mit Berücksichtigung der wichtigsten chemischen Untersuchungen am Krankenbette und der Verwendung des Mikroskopes in der gerichtlichen Medicin / von Giulio Bizzozero.
- Giulio Bizzozero
- Date:
- 1883
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Credit: Handbuch der klinischen Mikroskopie : mit Berücksichtigung der wichtigsten chemischen Untersuchungen am Krankenbette und der Verwendung des Mikroskopes in der gerichtlichen Medicin / von Giulio Bizzozero. Source: Wellcome Collection.
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![die Blutkörperchen und kommen so ziemlich in eine Ebene zu lie- gen, was die Zählung bedeutend erleichtert. Hat man nicht allzu- viel Blut verwendet, so sind die Blutkörperchen genügend von ein- ander entfernt, um dieselben bequem zählen zu können. Hat man zu viel Blut unter dem Deckgläschen, so ist es nicht rathsam, einen Theil desselben mit Fliesspapier aufzusaugen, denn da die weissen Blutkörperchen gerne am Glase adhäriren, so gehen beim Saugen, mit der Flüssigkeit meist rothe Blutkörperchen ab und das Zahlen- verhältniss wird dadurch stark alterirt. Es ist daher stets angezeigt ein zweites Präparat mit weniger Blut anzufertigen. Bei einiger Uebung lernt man übrigens die erforderliche Blutmenge bald abschätzen. Man darf sich nicht damit begnügen, die weissen und rothen Blutkörperchen nur in einem Sehfelde des Mikroskopes abzuzählen, denn bei der geringeren Anzahl der weissen Blutkörperchen kann eine Unregelmässigkeit ihrer Veitheilung leicht grobe Fehler in der Berechnung verursachen. Es wird daher der Fehler stets geringer, wenn man recht viele Körperchen abzählt. Einige Gewissheit kann man nur dann erreichen, wenn man einige Tausende rother Blutkör- perchen durchgezählt hat. Viel leichter nimmt man die Zählung mit dem sogenannten Glas- mikrometer vor [oculari quadrettati]. Es sind dies gewöhnliche Oku- lare, die in der Gegend des Diaphragmas, das zwischen Okular und Collektivlinse situirt ist, (gerade dort wo das Okularmikrometer zu stehen kömmt), eine Glasscheibe eingefügt haben, in welche zwei Liniensysteme in gleichen Zwischenräumen senkrecht aufeinander eingeschnitten sind. Ist das Okular an seinem Platze, so sieht man das Sehfeld in eine grosse Anzahl kleiner Quadrate getheilt; da- durch wird das Abzählen bedeutend erleichtert, denn man läuft nicht so leicht Gefahr eine Partie gar nicht oder aber zweimal durch- zuzählen. Hat man einmal das Sehfeld abgezählt, so fällt es nicht mehr schwer das einfache Verhältniss der Körperchen festzustellen. Nehmen wir an, wir hätten bei einem Präparate 400 weisse und 2800 rothe Blutkörperchen gezählt, so erhalten wir durch die Proportion: 400 : 2800 = 1 : x 2800 ., „ x = -sold-e- = 7 In dieser Blutprobe kommt 1 Leukocyt auf 7 rothe Blutkörperchen. 3*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21042391_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


