Untersuchungen über den constitutionellen Mercurialismus und sein Verhältniss zur constitutionellen Syphilis / von Adolph Kussmaul.
- Adolf Kußmaul
- Date:
- 1861
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Credit: Untersuchungen über den constitutionellen Mercurialismus und sein Verhältniss zur constitutionellen Syphilis / von Adolph Kussmaul. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![und so vielen Anderen endlich anzuerkennen, und 1860 bekennt v. Bären- sprung gleichfalls seinen Uebertritt zu den Contagionisten. Wenn wir sehen, dass Specialisten von dem Talente und der Erfahrung eines Ricord und v. Bärensprung den unwiderleglichen Versuchsergebnissen der ge- wissenhaftesten Forscher sich viele Jahre lang hartnäckig verschliessen, warum sollen wir es unbegreiflich finden, wenn minder erfahrene und min- der scharfsinnige Aerzte an der constitutioneilen Syphilis selbst irre werden, deren exactester Beweis durch jene Contagiosität geführt wird? Das Argu- ment Lorinser’s in der Gestalt, wie er es vorgebracht hat, verdiente in der That die volle Beachtung, die ihm von Virchow ]) und Waller* 2) zu Theil wurde. I. Es hat zu keiner Zeit an Gelegenheit gefehlt, den Verlauf der Syphilis unter der verschiedenartigsten Behandlung zu studiren. Seit man die Syphilis kennt, wurden constitutioneile Erscheinungen auch bei solchen Individuen, welche sich niemals einer Quecksilberkur unterzogen hatten, beobachtet. Aus der ersten Zeit des seuchenhaften Auftretens der Syphilis be- sitzen wir die Zeugnisse von Ulrich v. Hutten, dem berühmten Lobredner des Guajaks, und von Leonardo Botalli, mit dessen Namen schon der ana- tomische Lehrling vertraut wird, welche die schwersten Zufälle, nament- lich auch Knochenleiden bei Personen gesehen haben, die niemals mit Quecksilber behandelt wurden. Ich komme auf beide Schriftsteller im fol- genden Abschnitte zurück. Interessant ist die medicinische Consultation, die der Prof, zu Bologna und Leibarzt des Papstes Julius III., Bartholomacus Maggius (1559), für den kranken Galeottus Ficus den zweiten, Grafen von Mirandula, schrieb. Dieser Mirandula litt schon seit neun Jahren an der Lustseuche. Er hatte einen Hautausschlag, Kopf-, Bart-llaare und Nägel waren ihm ausgefallen, bösartige Geschwüre hatten einen Theil der Nase weggefressen, er war zum Scelet abgemagert, die Leber verhärtet, der After scirrhös und mit Rhagaden besetzt. Seine junge und schöne Gemahlin war von ihm angesteckt worden. Viermal hatte er schon die Guajakcur vergeblich gebraucht. Von der Quecksilbercur, sagt Mag- gius, sei bei einem so vornehmen Herrn gar keine Rede: er räth ihm also mit dem Gua- jak fortzufahren. Man erinnere sich, dass gerade in dieser Zeit der Guajak das Queck- silber von der Herrschaft stark verdrängt hatte. (Astrur., Ed. I. 1738. p. 421. Girtanner, Abhdlg. ü. d. vener. Krankh. ß II. S. 111.) ') VircHow: lieber d, Natur d. constitutionell. syphilit. Affectioncn. Arcli. f. path. Anat. 1859. Bd. 15. S. 223 u. folg. 2) Waller, Beiträge zur Lösung einiger Streitfragen in der Syphilidologio. Prager Vierteljahrsschr. 1859. Bd. 03. S. 134—174. Hers. Woitoro Beiträge u. s. w. Ebendas. 1800. Bd. 00.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28100864_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)