Lehrbuch der Zoologie für Studierende und Lehrer / Von J.E.V. Boas. Mit 427 Abbildungen.
- Johan Erik Vesti Boas
- Date:
- 1894
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Credit: Lehrbuch der Zoologie für Studierende und Lehrer / Von J.E.V. Boas. Mit 427 Abbildungen. Source: Wellcome Collection.
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![Länglicher Kopf, sehr kurzer Schwanz, an allen vier Beinen je 5 Zehen, welche mit sehr starken Krallen bewaffnet sind; Sohlengänger von an- sehnlicher Grösse, welche sich zum grossen Theil von Pflanzenkost er- nähren. Hierzu gehören: Der gemeine Bär (TJrsus arctos), innerhalb Deutschlands nur noch im bairischen Hochlande, ausserdem in der Schweiz, in Ungarn, Russland, Skandinavien etc. (Winterschläfer); der Baribal (TJ. americanus), schwarz, in Nordamerika, ebenso wie der braungraue Grislibär (TJ. einer eus); der Lippenbär (TJ. labiatus), in Indien, mit sehr vorstreckbaren Lippen und ungemein langen Krallen, verliert gewöhnlich frühzeitig seine Schneidezähne ; der Eisbär (V. mari- timus), weiss, mit behaarten Sohlen, gehört den arktischen Gegenden an. Grösser als die jetzt lebenden Bären war der quaternäre Höhlenbär (TJ. spelaeus), dessen Ueberreste man häufig in den Knochenhöhlen Deutschlands findet. 3. Die Halbbären (Rrocyonidae). £ L, -J- R, f H (= £ p, |m) ; Höckertheil der Backenzahnreihe weniger überwiegend als bei den Bären. Kopf länglich, Schwanz lang, 5 Zehen vorn, und hinten; Sohlengänger. Kleinere Formen. Nahrung gemischt. Hierzu die W a s c h b ä r e n (Procyon) und die mit langer Schnauze versehenen Nasenbären (.Nasua), beide Gattungen in Amerika. 4. Die Marderfamilie (Mustelidae). |^| L, £ R, £ H(= p, 4 m); bei einigen ist der sägeartige Theil der Backenzahnreihe (d. h. die Lückenzähne, der Reisszahn im Oberkiefer, der vordere Theil des Reiss- zahnes des Unterkiefers), bei anderen der Höckertheil desselben über- wiegend entwickelt. Schwanz meistens wohlentwickelt, Beine niedrig, 5 Zehen; Zehen- oder Sohlengänger. a) Die Mardergattung (Mustela). Kleine, sehr lang- gestreckte, schlanke Raubthiere, welche sich hauptsächlich von warm- blütigen Wirbelthieren ernähren. Zehengänger. Höckertheil ziemlich klein. In Deutschland leben die folgenden: Der Edelmarder (M. martes) mit dottergelber Kehle, der Steinmarder (M. foina) mit weisser Kehle, die grössten deutschen Arten; der Iltis (M. putorius), braun (das Frettchen [M. furo] ist eine durch Domestication erzeugte weiss- liche Abart des Iltis); der Hermelin (M. erminea), welcher im Winter weiss wird; das kurzschwänzige, kleine Wiesel (M. vugaris), die kleinste Art; der Nörz (M. lutreola), von Grösse des Iltis, einfarbig braun, mit Bindehaut zwischen den Zehen, lebt am Wasser, selten in Deutschland, häufiger in Russland (erinnert an die Otter). Der Zobel (3J. zibellind) in Sibirien steht dem Edelmarder sehr nahe. — Mit den Mardern verwandt ist der Vielfrass (Gulo borealis), welcher grösser und plumper ist, einen sehr kurzen, buschigen Schwanz besitzt, Sohlen- gänger; in Skandinavien, Russland, Sibirien, Nordamerika. b) Die Ottern (Lutra) sind grössere Marderformen mit langem kräftigen Schwanz, Schwimmhaut zwischen den Zehen, stumpfer Schnauze und sehr kurzen Ohren. Schwimmen vorzüglich, ernähren sich besonders von Fischen. In Europa die Fischotter (L. vulgaris), hält sich sowohl am Süsswasser wie am Meere auf. — Verwandt ist die See- otter (Enhydra marina) mit i (während andere Raubthiere £ haben); die Hintergliedmaassen erinnern an diejenigen der Seehunde: an den Küsten des nördlichen Stillen Oceans. c) Der Dachs (Meies taxus) zeichnet sich durch die starke Entwicklung der Höckerzähne und des hinteren Theiles des Unterkiefer- 36*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28089820_0583.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


