Lehrbuch der Zoologie für Studierende und Lehrer / Von J.E.V. Boas. Mit 427 Abbildungen.
- Johan Erik Vesti Boas
- Date:
- 1894
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Credit: Lehrbuch der Zoologie für Studierende und Lehrer / Von J.E.V. Boas. Mit 427 Abbildungen. Source: Wellcome Collection.
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![2. Das Walross (Trichechus [Odobaenus] rosmarus) ist eine ohr- lose, übrigens mit den Ohrenrobben nächst verwandte, in den Zahn- verhältnissen aber sehr eigenthümliche Robbe. Ebenso wie die Ohrenrobben kann sich das Thier auf die mit grossem Randsaum versehenen Füsse stützen, die Unterseite der Füsse ist nackt, die Ausbildung der Krallen entspricht derjenigen der Ohrenrobben (sämmtliche Krallen der Vorder- füsse und die 1. und 5. der Hinterfüsse sind rudimentär). Das junge Thier besitzt i, j c, f ö, von diesen sind aber einige klein und fallen früh aus oder brechen gar nicht hervor, so dass das erwachsene Thier gewöhnlich von functionirenden Zähnen -J- i, j c, | t besitzt. Von diesen Zähnen ist der Oberkiefer-Eckzahn ein langer, durchs ganze Leben weiter wachsender Stosszahn; die übrigen Zähne sind beim jungen Thier kegel- förmig, während sie später flach abgekaut werden. Das Walross ernährt sich von Muscheln, Würmern etc., welche es mit den langen Zähnen aus dem Meeresboden aufwühlt. Sehr ansehnliche Form, welche in den arktischen Gegenden zu Hause ist. 3. Echte Seehunde (Phocidae). Aeussere Ohren fehlen. Hals kurz. Vordergliedmaassen klein. Die Füsse sind auf der Unterseite behaart, können gar nicht zum Gehen benutzt werden; Randsaum der Füsse schmal; Krallen meistens wohlentwickelt. Besonders in arktischen Gegenden. a) Die Gatt. Phoca besitzt | i und zusammengedrückte mehr- spitzige Backenzähne. Hierzu der gemeine Seehund (Ph. vitulina) und die Ringelrobbe (Ph. foetida), beide an den deutschen Küsten etc. — Mit Phoca verwandt ist der graue Seehund (Halichoerus grypus), mit kegelförmigen Backenzähnen, häufig z. B. in der Ostsee. b) Die Blasenrobbe oder Klappmütze (Gystophora cristata), mit f i, ist besonders dadurch ausgezeichnet, dass die weiche Schnauze sich beim Männchen in einen biegsamen Rüssel fortsetzt, welcher im Zorn aufgeblasen wird. In den arktischen Meeren. — Aehn- lich verhält sich der See-Elephant (C. proboscidea) im Indischen und Grossen Ocean, besonders in den südlicheren Theilen derselben. 10. Ordnung’. Wale (Cetacea). Die Wale sind ein zu ausschliesslichem Aufenthalt im Meere eingerichteter und demgemäss umgebildeter Säugethier - Typus. Sie sind dieser Lebensweise viel einseitiger angepasst als die übrigen Typen von Meeres-Säugethieren (Robben und Seekühe); die Anpassung ist so innig, dass die Wale für die oberflächliche unmittelbare Be- trachtung weit mehr an Fische als an Säugethiere erinnern. Die Leibesform ist fischartig: Kopf, Rumpf und Schwanz gehen sanft in einander über, der Körper ist gegen beide Enden hin zu- gespitzt; von einem Hals ist keine Spur äusserlich zu entdecken; der Schwanz ist zusammengedrückt, für ein Säugethier ausserordentlich kräftig entwickelt, sehr musculös. Am Ende des Schwanzes befindet sich eine wagerechte Schwanzflosse, eine breite nach beiden Seiten ausgezogene steife Hautfalte. An der Rückenseite sitzt ein gewöhnlich kurzer, aufrechter, zusammengedrückter Hautfortsatz, die Rückenflosse. Die Haut ist glatt und glänzend; Haare (und Haut- drüsen) fehlen gewöhnlich beim ausgebildeten Thiere völlig, höchstens sind einzelne Haare an gewissen Stellen des Kopfes, besonders](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28089820_0587.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


