Anleitung zur Untersuchung von Wasser : welches zu gewerblichen und häuslichen Zwecken; oder, Als Trinkwasser benutzt soll / [Wilhelm Kubel].
- Kubel, Wilhelm.
- Date:
- 1874
Licence: Public Domain Mark
Credit: Anleitung zur Untersuchung von Wasser : welches zu gewerblichen und häuslichen Zwecken; oder, Als Trinkwasser benutzt soll / [Wilhelm Kubel]. Source: Wellcome Collection.
193/210 (page 173)
![letzteren crgiebt sich, wie Seite 171 erläutert, für diesetn Zweck genau genug aus der Difterenz zwischen der aus der bleibenden Härte berechneten und der wirklich gefundenen Schwefelsäure. 0) Das Wasser darf nicht zu hart sein und namentlich nicht grössere Mengen von Magnesiumsalzen enthalten. 7) Das Wasser muss wohlschmeckend sein, d. h. muss gelöste, sich beim Erhitzen entwickelnde Gase, besonders Sauerstoff und Kohlensäure (meist als halbgebundene vorhanden), enthalten. Diese Anforderungen tiiulen in folgenden Thatsachen ihre Begründung: 1) Susjiendirte Substanzen, umsomehr, wenn sie organische Stoffe enthalten, sind unter allen Umständen Verunreinigungen des Wassers, allerdings von minderer Bedeutung als die folgenden, da sie durch Filtriren leicht zu entfernen sind. Deutlich gefärbte und übelriechende Wasser sind zu verwerfen, weil die Färbung derselben fost immer durch grössere Mengen gelöster organischer Substanzen veranlasst wird, der Geruch aber von zersetzten oder in Zersetzung begriffenen organischen Stoffen oder von deren Einwirkung auf gleichzeitig gelöste Sulfate (Schwefel- wasserstoft) herrülirt. 2) Die Beeinilussung der Temperatur des Bodens und damit der Temperatur des den letzteren durchtränkonden Wassers durch die Sonnenwärme erstreckt sich nur bis auf eine Entfernung von 15, höchstens von 20 Fuss von der Oberfläche der Erde. Quellen aus dieser Tiefe zeigen daher meist die mittlere .Tahrestemperatur des Bodens. Je mehr Tagowasser, welche in Städten und stark bevölkerten oder sehr industriellen Orten üborhau])t stets mit faulenden Abgängen verunreinigt sind, direct oder möglichst direct in den Brunnen ein- dringen, um so höher wird die Temperatur des darin befindlichen Wassers im Sommer, um so niedriger im Winter sein. 3) Die reducirende Einwirkung der Wasser auf Kaliumperman- ganatlösung wird gewöhnlich ausschliesslich durch organische Sub- stanzen (siehe Correction für vorhandene salpetrige Säure) und nur äusserst selten durch hierbei ins Gewicht fallende JMengen von Eisen- oxydulsalzen hervorgerufen; die reducirende Einwirkung der Wasser auf alkalische Silberlösung wird durch leicht zersetzbare organische Stofle, äusserst selten wie oben durch Eisenoxydulsalze, veranlasst Vorhandene thierischc oder pflanzliche Gebilde werden allgemein für gesundheitsgefahrlich gehalten. 4) Ammoniak gelangt tneist als Zersetzungsproduct, salpetrige Säure und Salpetersäure als Oxydalionsjtroducte stickstoffhaltiger organischer Substanzen in das Wasser; alle diese Verbindungen,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28072935_0193.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)