Anleitung zur Untersuchung von Wasser : welches zu gewerblichen und häuslichen Zwecken; oder, Als Trinkwasser benutzt soll / [Wilhelm Kubel].
- Kubel, Wilhelm.
- Date:
- 1874
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Credit: Anleitung zur Untersuchung von Wasser : welches zu gewerblichen und häuslichen Zwecken; oder, Als Trinkwasser benutzt soll / [Wilhelm Kubel]. Source: Wellcome Collection.
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![Der Nietlersclilag besteht ans Chlorsilber und ist nach dem Auswaschen leicht löslich ui Ammoniak. Salpetrige Säure. Zum Nachweis der salpetrigen Siiure ver- setzt man etwa lOÜ CC. Wasser mit einigen Tropfen conceutrirter, reiner Schwefelsäure und fügt Jodzink-Stärkelösung hinzu; lllautar- bung zeigt salpetrige Säure an. Die Bläuung wird durch die Einwirkung von freiem Jod auf die gleichzeitig gelöste Stärke veranlasst, das Jod aber ist durch salpetrige Säure aus dem Jodzink in Freiheit gesetzt worden. Salpetersäure. Der qualitative Nachweis der Salpetersäure ist bei gleichzeitiger Anwesenheit der salpetrigen Säure mit Bestimmt- heit nicht zu fühi-en; bei Abwesenheit gelingt dieses nach einer der folgenden Methoden: a. Man säuert 100 CC. Wasser mit einigen Tropfen concen- trirter Schwefelsäure an, bringt ein Stückchen reines Zink in die saure Flüssigkeit und fügt Jodzink-Stärkelösung hinzu. Entsteht da- durch sofort oder nach Verlauf einiger Minuten eine Bläuung, so ist Salpetersäure nachgewiesen. Die Salpetersäure wird durch nascirenden Wasserstoff (au» Zink und Schwefelsäure entwickelt) zu salpetriger Säure reducirt, und diese giebt die oben angeführte Reaction. b. Man versetzt circa 20 CC. Wasser schnell mit der do])pelten Menge reiner conceutrirter Schwefelsäure und fügt aus einer l’ipette sofort sehr verdünnte Indigolösung hinzu. Werden voii letzterer mehr als Avenige Tropfen entfärbt, gebraucht man also zur Blaufär- bung der heissen schwefelsäurehaltigen Flüssigkeit ein oder mehrere Cubikeentimeter, so ist Salpetersäure zugegen. Es ist gerathen, diesen Versuch durch gleiche Behandlung von 20 CC. salpetorsäurefreien Wassers zu controliren. Salpetersäure oxydirt und entfärbt in Folge'de.ssen Indigolösung sofort bei höherer Temperatur (110 bis 120® C.); die erforderliche Temperaturerhöhung wird durch Vermischen des Wassers mit der concentrirten Schwefelsäure hervorgebracht. Hierauf gründet sich die vorstehende Reaction. Schwefelwasserstoff. Schwefehvasserstoff kommt zuweilen gebunden in Abflusswässern von Fabriken vor, in denen Sulfate durch in Zersetzung begriffene organische Substanzen zu Sulfiden reducirt sind, auch kann derselbe ausnahmsAveise durch Zersetzung schwefelhaltiger organischer Substanzen in ein Wasser gelangt sein.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28072935_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)