Beitrag zur Lehre von den Grentztumoren von Conjunctiva und Cornea / von Otto Burckhardt.
- Burckhardt, Otto.
- Date:
- 1894
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Credit: Beitrag zur Lehre von den Grentztumoren von Conjunctiva und Cornea / von Otto Burckhardt. Source: Wellcome Collection.
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![Epithelwucherung ist durchweg nur eine Verdickung der normalen Schicht, welche bis zu 20 Lagen erreicht auf der grössten Höhe des Tumors; seine Structur weicht von der normalen nicht ab; an der Oberfläche platte Zellen, die in den tiefern Lagen cubischen Platz machen; am Rand des Tumors noch typische Basalzellen über der Cornea, die sich aber nach und nach vei'lieren, um durch cubische Zellen verdrängt zu werden. In verschiedenen Zellen der tiefern Schichten finden wir karyokinetische Processe. Die Epithel- .«chicht zeigt nach der Oberfläche einen ebenen Rand ohne besondei'e Erhabenheiten; im conjunclivalen Theil dringen breite Zapfen in die Tiefe, die sich nicht verzweigen, scharf umgrenzt sind. Sie senken sich weniger tief ein, als in der normalen Conjunctiva, shid dagegen breiter, sodass sie gewissermaassen wie vom darunter- liegenden Bindegewebe zusammengedrückt erscheinen. Unter der Epithelschicht finden wir Bindegewebe von fibröser welliger Structur, dessen Faserung eine ziemlich gleichmässige Dichtigkeit durch die ganze Geschwulst darbietet. Es grenzt sich nicht ganz scharf gegen das subconjunctivale Gewebe ab, unterscheidet sich jedoch von diesem durch grössere Derbheit und grösseren Zellreichthum. Es enthält eine mässige Anzahl von ovalen und spindelförmigen Zellen, die gleichmässig zerstreut liegen; ausserdem in Haufen oder Zügen angeordnet kleine runde Zellen. Die Abgrenzung gegen das Epithel ist durchweg eine gut markirte; gegen die Unterlage, das heisst Cornea und Sclera ist sie weniger scharf; das neugebildele Gewebe stösst direct an die Sclera, deren oberste Schichten kleine Rund- zellen zwischen den Fasern eingebettet zeigen. Verfolgen wir kurz an einigen Serienschnitten die Entwicklung des Tumors, so finden wir in den ersten Schnitten nur eine etwas verdickte Epithellage. Rasch tritt nun unter demselben das be- schriebene Bindegewebe auf, zuerst nur unter dem conjunctivalen Epithel; in weitern Schnitten schiebt es sich gegen die Cornea vor und zwar dringt es zwischen die Bowman'sche Membran und das Cornealepithel, die beiden von einander abhebend; zugleich ninnnt ;iuch die Epithellage an Dicke zu übei- dem ganzen Neugebilde; es erstreckt sich diese Verdickung sog;ir noch über die Grenze des Bindegewebes hinaus, fällt a])er durch ziemlich steilen und plötz- lichen Abstieg ab. \Md darauf sehen wir das neugebildete Binde- gewebe, indem zugleich die ganze Schidit an Mächtigkeit zunimmt, • ■indringen zwischen die Bowman'sche Membran und das Cornea-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21646430_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)