Die gerichtlich-chemische Ermittelung von Giften in Nahrungsmitteln, Luftgemischen, Speiseresten, Körpertheilen, etc / von Georg Dragendorff.
- Johann Georg Noël Dragendorff
- Date:
- 1876
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Credit: Die gerichtlich-chemische Ermittelung von Giften in Nahrungsmitteln, Luftgemischen, Speiseresten, Körpertheilen, etc / von Georg Dragendorff. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![dampf oder aus dem Phosphor hervorgegangene phosphorige Säure (Phosphor- wasserstoff?) auch nur spurweise vorhanden sind, werden sich ferner Dämpfe entwickeln, die hinein gehaltene Streifen schwedischen Filtrirpapieres, welche mit einer Lösung von schwefelsaurem Silberoxyd getränkt worden, schwarz färben. (Ueber die Unterscheidung dieser ßeaction von derjenigen des Schwefelwasserstoffs und anderer flüchtiger Stoffe vergl. weiter unten §. 143.) b. Jod und Brom. Durch die Farbe und den Geruch ihres Dampfes erkennbar. c. Flüchtige Säuren, z. B. Blausäure (siehe §. 71 u. 72) und Essigsäure. Bei Destillation der mit Kalihydrat alkalisch gemach- ten Flüssigkeit erkennt man flüchtige Alkaloide wie Coniin, Nicotin und Anilin, Ammoniak etc. Man kann hierzu die Substanz verbrauchen, welche bereits zu den eben beschriebenen Destillationsver- suchen gedient hatte. 6) Oft wird es von Nutzen sein, eine kleine Probe der zu unter- suchenden Substanz der Dialyse zu unterwerfen, und zwar steht auch hier dem nichts im Wege, dass man die zu den vorher beschriebenen Versuchen benutzte Flüssigkeit anwendet. Man macht dieselbe jedenfalls aber wieder deutlich sauer. Die Anstellung des dialytischen Versuches geschieht in folgender Weise]): Eine Portion der zu untersuchenden Substanz wird, wenn nöthig, ver- kleinert, mit so viel destillirtem Wasser gemengt, dass ein dünner Brei entsteht und unter Zusatz von so viel Salpetersäure, dass eine stark saure Reaction eintritt, bei 35—45° C. 12 Stunden lang digerirt. Die erhaltene Flüssigkeit wird mit destillirtem Wasser auf ihr ursprüngliches Volum ver- D Vergl.hierüber meineMittheilungen, die ich bereitsinden Jahren 1862u. 1863 (Pharm. Zeitschr. für Russl. J. I., p. 503 und 517, J. II., p. 58, 75 und 103) gemacht. Wenn ich damals die Hoffnung aussprach, dass sich bald auf dies Princip eine fast allgemein brauchbare Methode der Isolirung von Giften werde basiren lassen, so ist vorläufig diese Hoffnung noch nicht erfüllt worden. Im Allgemeinen muss ich zugestcjien, dass seitdem nicht einmal ein wesentlicher Fortschritt erzielt worden. Für manche Gifte, die ich mittelst Dialyse schon damals isolirt hatte, hat man später auch von anderer Seite (vergl. z. B. Cossa in der Gazzetta medica di Lombardia Jg. 1863 und Reveil in den Compt. rend. T. 60 p. 453 etc.) die Mög- lichkeit eines Nachweises erkannt. Wenn ich nun auch von den 1. c. ausge- sprochenen Ansichten bisher noch nicht zurückgekommen, so kann ich hier nach dem Stand der Dinge doch der Dialyse in den meisten Fällen nur als Hiilfs- mittel bei Vorversuchen einen Werth zuerkennen. Den Andeutungen, die ich früher über diesen Gegenstand gegeben, will ich hier noch folgende anreihen: a) Dass eine vollkommene Trennung von colloidalen und krystalloidischen Stoffen durch Dialyse schwer erreicht werden kann, weil die Fähigkeit oder Nichtfähigkeit der Materie zu diffundiren nicht absolute sind. b) Dass nicht nothwendig alle Gifte zu den Krystalloiden gerechnet werden können.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28106908_0047.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)