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Credit: Die störungen der geschlechtsfunctionen des mannes. Source: Wellcome Collection.
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![losiffkeit bezeichnet. Auch diese Störuno- haben wir des Oefteren bei der Abhandlung zumal der nervösen Impotenz, beziehungsweise sexuellen Neurasthenie gedacht. Was ihr im Uebrigen eine grössere praktische Bedeutung benimmt, ist der Umstand, dass der bis zum gänzlichen Mangel gediehene Grad sich gerne bei solchen Kranken findet, ])ei denen ein wesentliches Nachdenken über den Begriff Impotenz sich nicht meldet so bei schweren Hirnkrankheiten und weit gediehenen Erschöpfungs- zuständen des Centralnervensystems. Da, wo uns über die völlig ver- kümmerte Gesehleehtsempfindung geklagt wurde, handelte es sich, von der Impotenz durch geistige Ablenkung (S. 103) und acute depressive Zustände abgesehen, entweder um sexuelle Neurasthenie (siehe oben, 2. und 5. Untergruppe) oder um congenitale Formen, zumal bei psycho- pathisch, beziehungsweise erblich, degenerativ Belasteten. Wir argwöhnen, dass es hier die Gattin gewesen, welche die Berathungen veranlasst hat. Der Defect wurde sogar als „angeborener empfunden. Wir vermögen diese Form der congenitalen „Änaesthesia sexualis (v. Krafft-Ebing) als „sehr selten nicht gelten zu lassen, da uns jedes Jahr einen oder den anderen ihrer Eepräsentanten bringt. Auch Hammond berichtet über mehrere einschlägige Fälle. Sie pflegen eben den Specialisten für ihr Leiden, nicht den Psychiater aufzusuchen. Wir haben dieser Form als einer Impotentia paralytica, beziehungsweise höchstgediehenen „Frigidität ohne deutliche psychopathische Grundlage bereits gedacht (S. 105) und fügen hier an, dass die Anamnese in Bezug auf die Hauptpunkte die ein- tönigste Uebereinstimmung bot. Keine Localerkrankung, keine oder seltene Pollutionen, flüchtige Erectionen als besondere Earität oder völliger Mangel derselben. Keine Gewissensbisse, aber Bedauern der Frau gegenüber, der leider der den Hilfesuchenden abgehende „Geschmack am ehelichen Ver- kehr beschieden. Dass die spätere Zeit irgend eine Aenderuug gebracht, haben wir nicht gehört. In einem Falle genügte ein einziges Fiasco, um jedem weiteren Versuche in den nächsten Jahren auszuweichen. Eigen- artige „Uebergangsfälle zur erworbenen Form beschreibt v. Krafft- Ebing: Stark belastete, frivole und blasirte Naturen, deren höchst schwach veranlagte Vita sexualis durch Masturbation untergeht. Pathogenetisch kommt für die Anaphrodisie Unerregbarkeit des Eindencentrums und des spinalen Centrums für die Ejaculation, endlich Anästhesie des peri- pherischen Genitalapparates (S. 104) in Betracht (v. Krafft-Ebing). Ein höheres klinisches wie forensisches Interesse beanspruchen die qualitativen Anomalien der Geschlechtsempfiüdung. Hier ist zunächst der heterosexuellen Perversionen zu gedenken, die häufig genug die ätiologische Grundlage für Störungen der normalen Potenz abgeben. Wir meinen hier weniger die tief in die Vorzeit zurücktauchenden Ver- irrungen des Coitus in ano, inter mammas etc. — hier wurden wir einige](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21221625_0129.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


