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Credit: Die störungen der geschlechtsfunctionen des mannes. Source: Wellcome Collection.
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![Aucli ist den Aussagen der Patienten über derartige Veränderungen wenig Glauben beizumessen (Binswanger), eine Ansiclit, die wohl nicht mehr für die gesammte Classe unbedingte Geltung wird beanspruchen können. Mehrere der geheilten Patienten haben geheiratet, und ihr Geschlechts- leben blieb in die Bahn regelmässiger normaler Bethätigung geleitet. Im Speciellen gilt es in erster Linie, die homosexuellen Empfindungen zum Verblassen zu bringen und heterosexuelle Gefühle zu wecken. Erst in zweiter Eeihe kommt die Bethätigung des naturgemässen Triebes. Verbot der Masturbation, Einpflanzung der ünempfindlichkeit gegen das eigene, der Neigung zum anderen Geschlecht, Anregung zum regelmässigen, nie übereilten, normalen Geschlechtsverkehr Ijilden die Hauptmomente unseres Verfahrens. Es begreift sich hienach, dass auch in gelegentlichen Fällen von gewöhnlicher „nervöser, insbesondere psychischer und relativer Impotenz (S. 107), wofern die einfache psychische Behandlung sich machtlos erweist, die hypnotische Suggestion mit Nutzen wird angewandt werden können. Ermunternde, auf dem Wege der larvirten Wachsuggestion und hypno- tischen Behandlung gewTmnene Heilresultate bei den genannten Impotenz- formen, beziehungsweise Besserungen bei der Impotentia paralytlca, theilen Eenterghem, Liebeault, Bernheim, v. Schrenck-Notzing u. A. mit. Immerhin dürfte es noch lange währen, bis solche Curverfahren auch nur annähernd Gemeingut der Praktiker werden. (Siehe auch S. 68.] Wir vermögen diesen Abschnitt nicht zu schliessen, ohne eine zweite, ebenfalls ganz moderne Behandlung der Impotenz, beziehungsweise sexuellen Neurasthenie, Eevue passiren zu lassen. Wir meinen die Emverleibung von Organextracten, speciell die von Brown-Sequard vor einigen Jahren inaugurirten subcutanen Injectionen von Hodensaft, beziehungsweise Poehl'schem „Spermin, zu denen wir auf Grmid unserer früheren Studien über den Charakter der Genitalsecrete (S. 12 ff.) und eigener, mit mehr Widerstreben als Liebe angestellten klinischen Nachprüfungen wieder- holt Stellung genommen haben. Die Idee, die Genitalien des thierischen Körpers und ihre Ab- sonderungsproducte in den Dienst des Kampfes gegen die Impotenz zu stellen, ist keineswegs neu, reicht vielmehr bis ins classische Alterthum hinein. Geschlechtsschwache Griechen und Eömer verspeisten Sperma und Hoden vom Esel (Plinius); im Mittelalter wurden die getrockneten Ge- schlechtstheile des Ebers, Bibers, Hirsches und anderer Thiere zur Stärkung der geschwächten Genitalien gereicht. Als eigentlicher Vorläufer Brown- Sequard's darf wohl Mattei gelten, der vor 1^2 Jalii'zehnten die alten mystischen Anschauungen von der im Sperma schlummernden Lebenskraft aufnahm und sich in besonderer Schrift viel über die tonische und excitirende Eesorptionswirkung der Samenflüssigkeit sowie ihre Folgen für Physiologie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21221625_0151.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


