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Credit: Die störungen der geschlechtsfunctionen des mannes. Source: Wellcome Collection.
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![Stricturen bilden erst bei der Erection für das Ejaeiüat einen vollständigen YerseMuss — auf die Dickflüssigkeit des Sperma im Gegensatz zum Harn dürfte es viel weniger ankommen, eher die höhere vis a tergo ins Gewicht fallen, welche den Harnstrahl treibt —, so dass erst mit dem Schlaff- werden des Penis der Samen allmälig aus der Harnröhre abfliesst. Die meisten Patienten empfinden die ..innere- Ejaculation als Eeflexstösse. Curschmann, Lapeyronie, Munroe, Demeaux, Ültzmann, Gross, Hirtz u. A. haben bezeichnende klinische Beispiele mitgetheilt. Einen eigenartigen, einer km-zen Skizzirung werthen Fall haben wir, wie bereits anderwärts ausführlicher mitgetheilt, vor einigen Jahren ])e- obachtet. Der 28jährige Patient empfand bei der Cohabition zwar Orgasmus, aber keine deutlichen ejaculativen Erschütterungen, während sich kein oder nur sehr spärliches „Sperma entleerte. Tripper hatte nie bestanden, in frühesten Kinderjahren aber Entzündung eines Hodens mit nachträg- licher Schrumpfung. Die Hauptorgane des blühenden, kräftigen und statt- lichen Mannes erwiesen sich ohne nachweisbare Anomalie, der linke Hoden intact, der rechte atrophisch. Bei Druck auf die Prostata entleerte sich eine Spur von Sehleim durch die Urethra, kein Prostatasaft (der offenbar nach der Blase gelaugte), nur Secret der Cowper'schen und Littre'schen Drüsen mid in demselben ein einziges Spermatozoon! Der später zur Stelle gebrachte, kaum einen Tropfen betragende „Samen enthielt indessen gar keine Spermatozoen und erwies sich nur als Seeret der Cowper'schen Drüsen. Der Katheter passirte glatt die Urethra, der Harn floss trübe ab und strotzte unter dem Mikroskop von Spermatozoen. Es war also reich- licher Zeugungsstoff vorhanden, nur war er bedenkliche Wege gewandelt. Die elektro-endoskopisehe Untersuchmig (Xitze) ergab auffallend blasse, fast weisse Farbe des Samenhügels, pilzförmige Gestalt, dadurch bedingt, dass der Utricuhis prostaticiis nach aussen hin mit weiter, trichterförmiger Oeffnung mündete. Offenbar hatte ein ulceröser Process den Utriculus narbig distrahirt, womit die Ductus ejaculatorii eine höchst unglückliebe Zerrung nach hinten erfahi'en hatten. Vielleicht lag auch eine Urethritis posterior fötalen Ursprungs vor, worauf der geschrumpfte Hode m früher Kindheit deutet. Der Patient hat dann eine Epididymitis gonorrhoica des gesunden Hodens acquhirt; somit war der Aspermatiker obendrein zum Azoospermisten geworden. Nicht minder eigenartig gestaltete sich ein zweiter, wiederholt von uns beobachteter Fall, der ebenfalls organischen Aspermatismus mit Azoospermie vereinigte. Hier hatte der Patient, ein wohlgenährter und robuster kinderloser Ehemann in den mittleren Jahren, zunächst eine linksseitige Epididymitis acquirirt, der ein Jahr später eine rechtsseitige folgte. Die Fotentia coeundi blieb erhalten, aber nach und nach ver- siegte das Sperma. Deshalb die Berathimg. Die Untersuchung ergab statt-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21221625_0160.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


