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Credit: Die störungen der geschlechtsfunctionen des mannes. Source: Wellcome Collection.
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![Torzuheben. dass wachsende Erfahrung- uns eine stattliche Eeihe von Eepräsentanten abnormer Samenverliiste kennen gelehrt hat. in welcher jener grosse Complex von allgemeinen Xutritionsstörungen und nervösen Erscheinungen offenbar aus der Spermatorrhoe abzuleiten war. Hierher zählen wir insbesondere jene Fälle, in denen die Samenverluste bei sonstiger Gesundheit lange Zeit allein in die Erscheinung treten, um erst mit ihrer Häufmig andere Störungen nach sich zu ziehen. Das darf tms nicht Wunder nehmen, wo wir häufige Samenverluste miter der Form der Onanie und des übermässigen geschlechtlichen Verkehrs bei vordem Gesunden die gleichen Ki'ankheitserseheinungen direct herbeiführen sehen. Nicht ver- gessen dürfen auch jene Torkomnmisse werden, in denen es überhaupt bei dem Schauspiel der Spermatorrhoe sein Bewenden hat und nur diese pathologische Erscheinung zum Arzt treibt. Sollen wir diese ätiologischen Verhältnisse mit denen anderer ge- läufiger Ej:ankheitsbegrifi''e und ihrer Symptome parallelisiren —völlig zutreffende Beispiele kennen wir nicht — so glauben wir noch am ehesten auf den Durchfall dm-ch Diätfehler, beziehungsweise Intoxieationen ver- weisen zu sollen. Auch hier setzt die primäre Ursache in der Eegel neben den flüssigen Darmausseheidungen anderweitige Symptome, zumal allgemeine Krankheitserscheinungen, die ihre Entstehung nicht dem Dtirch- fall verdanken, sondern als Begieitsjmptome ihm coordinirt sind, gleich- giltig ob sie eine mehr oder weniger scharfe Trennung von den ki'ankliaften. lediglich diu'ch die Diarrhoe ])edingten Erscheinungen zulassen, oder in der Combination und Wechselwirkung beider jene Scheidung verloren gegangen. Auch hier sind andererseits Formen gegeben, in denen erst der Durchfall als solcher zu anderen krankhaften Störimgen überhaupt führt oder das Symptom der letzteren ganz entbehrt. Vorweg bemerkt sei. dass die meisten Ursachen der krankhaften Samenverluste diese sowohl unter der Form der abnormen Pollutionen als auch der Spermatorrhoe herbeiführen können. Doch walten unserer Erfahrung nach unter der Wirkung allgemeiner ätiologischer Momente mi Grossen und Ganzen die ersteren, als Folgezustand localer Störungen die letzteren vor. Gewisse örtliche Ursachen erzeuo-en. wie wu- sehen werden. funetionellen Xervenstörungen gegeLen sind. Zur ersten Gruppe sollen stets nur solelie Individuen zu zählen sein, die nicht nervös veranlagt und eonstitutionirt sind, zur zweiten aussehliesslieh die Xeurastheniker. Der innere Grund liegt in der Yersehiedenheit der Grösse des Widerstandes, welcher dem Fortsehreiten molecularer Veränderungen in den Nervenbahnen bei Xervenstarken und sensibel Organisirten entgegengesetzt wird. Kein erfahrener Arzt wird die zweite Gruppe in der Beard'schen Definition beanstanden. Was wir nicht sehlieht aeeeptiren können, ist die Anschauung, dass die palpable örtliche Störung dem Xervenstarken eigenthümlieh und dem Xeurastheniker fremd sein soll. Diese Ansicht ist als exclusive gewagt, wie aus dem Inhalt späterer Abschnitte noch deutlicher hervorarehen wird.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21221625_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


