Behandlung der Œsophagus-, Magen-, Leber-, Gallengänge-, Pankreas- und Peritoneumcarcinome / von V. Czerny.
- Czerny, V. (Vincenz), 1842-1916.
- Date:
- 1908
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Credit: Behandlung der Œsophagus-, Magen-, Leber-, Gallengänge-, Pankreas- und Peritoneumcarcinome / von V. Czerny. Source: Wellcome Collection.
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![carditis starb. Bei 56 Kranken wurde die Gastrostomie gemacht, von denen 16 starben und zwar meistens an Pneumonie die manchmal bis zur Gangrän der Lunge sich stei¬ gerte. Fast immer handelte es sich um jauchig zerfallende Garcinome bei weit vor¬ geschrittener Kachexie und Herzschwäche. Einmal (N° 1648, 1904) platzte die Bauch¬ wunde am 5. Tage. Nach 4 Wochen Relaparotomie und Naht der Magenfistel. Exitus am Schluckpneumonie nach 24 Stunden. Einmal wurde am 7. Tage der Fütterungs¬ katheter durch die frischen Verklebungen in die Bauchhöhle geschoben und dadurch Peritonitis erzeugt. Bei den 40 Genesenen funktionierte die Fistel fast stets gut und nur 2 oder 3 Mal war der Ventilverschluss nicht gelungen (Zusammenstellung von Herrn Dr. von Eichborn). Viermal wurde die Resektion versucht: 1897, Nr. 495. Mann 56 Jahre. (Esophagus carcinom 18 m. hinter der Zahnreihe auch für Flüssigkeit schlecht durchgängig. 1. März. Versuch der Resektion in Chlo- roformnai kose; schwere Synkope mit Aussetzen des Pulses, etc. Nach Beseitigung derselben wird die Halswunde geschlossen und eine Gastrostomie in Cocainanaes- thesie gemacht. Fistel funktioniert gut, aber am 18. März Exitus durch Perforation des Carcinoms in die Trachea. 1903, Nr. 474 und 1,304 betreffen Pharynxcarcinome während, Nr 1,304 ein Car¬ cinom des unteren (Esophagusendes mit Uebergreifen auf die Cardia betraf, bei dem der Versuch der Operation mit Resektion der 5. und 6. Rippe gemacht wurde. Pneumothorax nötigte zur Unterbrechung der Operation. Bei der Sektion fanden sich vom Carcinom ausgehende perioesophagitische Abscesse, die über dem Zwerchfell gelegen sind. II. — BEHANDLUNG DER MAGENKREBSE. Während die chirurgische Behandlung der OEsophaguscarcinome bisher nur Zukunftswerte zu verzeichnen hat, ist die operative Behand¬ lung der Magenkrebse soweit gediehen, dass man von zahlreichen Dauererfolgen sprechen kann. Da ich in der Magenchirurgie von Anfang an mitgearbeitet habe [mein erster Fall (Edwin Kuh, Ueber die Resektion des Pytorus Langenb. Arc/i., 27 Bd. 4. Hft. 1), vom 21. Juni 1881 war der 7. in der Reihe Pean, Rydygier, Billroth, WölHer], so möchte ich über die Erfolge, welche an der Heidelberger Chirurg. Klinikerzielt worden sind, berichten, und beziehe mich dabei auf eine Arbeit des Herrn Daneel, welche nächstens in den Beiträgen für klinische Chirurgie erscheinen wird. Bis zum Jahre 1905 haben wir im Ganzen 450 Operationen bei Magenkrebs vorgenommen, von denen 100 innerhalb 50 Tagen nach der Operation verstorben sind.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30612305_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)