Behandlung der Œsophagus-, Magen-, Leber-, Gallengänge-, Pankreas- und Peritoneumcarcinome / von V. Czerny.
- Czerny, V. (Vincenz), 1842-1916.
- Date:
- 1908
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Credit: Behandlung der Œsophagus-, Magen-, Leber-, Gallengänge-, Pankreas- und Peritoneumcarcinome / von V. Czerny. Source: Wellcome Collection.
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![Gertorben sind von 73 Operierten 21, davon am Collaps 4 (3 seiir schwere Eingriffe), Peritonitis 10, Magenblutung 2 (davon 1 Lungen- gangraen), Peritonitis und Lungengangrän 1, Pneumonie 4. Von den 11 Peritonitiden war 9 mal die Nabt am Duodenum, Magen oder Colon transversum die Schuld, 1 mal Colongangrän, 1 mal war der Ausgangspunkt unbekannt und in diesem Falle eine Infek¬ tion von aussen nicht auszuschliessen; 8 von diesen Fällen waren nach der Methode Billroth II aber 4 atypisch operiert (2 Mal Colon- reseklion, 2 Mal vordere Anastomose). In den 3 übrigen Fällen war je 1 mal Billroth I, Kocher mit Knopf und 1 Cardiektomie gemacht. Die Cardiektomie galt bisher stets als sehr gefährlich (Levy, Biondi, Mikul icz, Guinard, Bernays). In meinem Falle kam eine Gangrän des OEsophagus oberhalb des Knopfes zu Stande. Wendel ( Verh. d. D. Ges. f. Chir.y 1907,S. 86) hat gezeigt, dass sie thorakal nach den Vorschlägen von Mikulicz-Sauerbruch ausführbar ist. Völcker hat hei dem letzten deutschen Chirurgencongress über eine gelungene Cardiektomie be¬ richtet, die er nach Aufklappung der Rippenbogen (Marwedel) sub- diaphragmal durch exacte Knopfnaht erzielte. Colongangrän durch Verletzung der A. mesenterica sup. oder colica mcdia kam bei uns einmal vor. [Sekundärresektion am 3. Tage nochmals Gangrän, Peritonitis] (Fall 47). Die Quelle der Nachblutung konnte nicht festgestellt werden. Sie dauerte hei einem Falle 18 Tage. Pneumonien im ganzen 6, davon 3 Mal Lungengangrän kamen so häufig (8.2 °/0) vor wie bei Gastro-Enterostomie. Morbidität. Zweimal trat Erbrechen auf ohne Zusammenhang mit der Narkose, einmal erst am 20. Tage wohl durch Leberladung des Magens, die durch Spülung behoben wurde. Viermal trat Stichkanaleiterung, einmal ein grosser Abcess in der Tiefe auf. Siebenmal entstanden Fisteln nach dem Duodenum oder Pankreas. Die Fisteln schlossen sich meist von selbst, mussten aber manchmal übernäht werden, was nicht immer gelang. Bei ausgiebiger Resektion des Duodenum ist der Abschluss desselben schwierig. Wir haben es gewöhnlich mobilisiert und zweireihig übernäht. Fünfmal trat Bronchitis, dreimal Pneumonie auf, die einmal von eitrigen Exsudat gefolgt war, das die Thoracotomie am 20. Tage erfor¬ derte (Fall 20).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30612305_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)