Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen / von S. Curie ; übersetzt und mit Litteratur-Ergänzungen versehen von W. Kaufmann.
- Marie Curie
- Date:
- 1904
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Credit: Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen / von S. Curie ; übersetzt und mit Litteratur-Ergänzungen versehen von W. Kaufmann. Source: Wellcome Collection.
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![bekannten chemischen Elemente, incl. die allerseltensten und un- sichersten, die von mir studirten Verbindungen wenigstens 100mal weniger aktiv in meinem Apparat wären als das metallische Uran. Von den bekannteren Elementen habe ich verschiedene Verbin- dungen untersucht, von den seltenen Körpern nur diejenigen Verbindungen, die ich mir gerade verschaffen konnte. Folgendes ist die Liste der Substanzen, die ich als Element oder in Ver- bindung untersucht habe: 1. Alle Metalle und Nichtmetalle, die leicht erhältlich sind, und einige seltenere in ziemlich reinem Zustand aus der Samm- lung von Herrn Etard an der „Ecole de physique et de chimie industrielles de la ville de Paris. 2. Die folgenden seltenen Körper: Gallium, Germanium, Neodym, Praseodym, Niobium, Skandium, Gadolinium, Erbium, Samarium und Rubidium (von Herrn Demargay geliehen); Yttrium, Ytterbium mit Neoerbium [von Herrn Urbain ge- liehen] 1). 3. Eine große Anzahl von Gesteinen und Mineralien. Innerhalb der Empfindlichkeitsgrenze meines Apparates habe ich außer dem Uran und Thor keinen einfachen Körper gefunden, dessen Atome radioaktiv sind 2). Ich muß hier jedoch einige Worte bezüglich des Phosphors einfügen. Feuchter weißer Phosphor, zwischen die Kondensatorplatten gebracht, macht die Luft zwischen den Platten leitend ^), Gleichwohl betrachte ich diesen Körper nicht als radioaktiv nach Art des Urans und Thors. Der Phos- phor oxydirt sich nämlich hierbei und sendet Licht aus, während die Uran- und Thorverbindungen radioaktiv sind, ohne eine chemische Änderung zu erfahren, die mit den bekannten Mitteln nachweisbar wäre. Ferner ist der Phosphor weder in seiner roten Modifikation, noch in Verbindungen aktiv. ^) Ich bin den genannten Forschern, denen ich die bei meinen Untersuchungen benutzten Proben verdanke, zu großem Danke ver- pflichtet. Ich danke auch Herrn Moissan, der mh' das für meine Versuche nötige metallische Uraii gab. ^) Neuere Versuche (siehe litterarische Ergänzungen) haben er- geben, daß die Eadioaktivität doch allgemein verbreitet zu sein scheint. Die in Frage kommenden Aktivitäten sind jedoch mehrere 1000 mal schwächer als die des Urans. (Anmerk. d. Übers.) ^) Elster u. Geitel, Wied. Ann. 1890.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21175275_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


