Einige Fälle von heteroplastischen Osteomen ... / vorgelegt von Christian Fischer.
- Fischer, Christian, 1862-
- Date:
- 1888
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Credit: Einige Fälle von heteroplastischen Osteomen ... / vorgelegt von Christian Fischer. Source: Wellcome Collection.
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![mit Biüdegewebswucherting'en durchzogen, die Eintrittsstelle des¬ selben verengt. Auch in diesem Präparat handelt es sich durchweg um ein Osteoma eburneum. In fast allen anderen Weichteilen, als in den oben be¬ schriebenen, kommen eigentliche Knochengeschwülste überhaupt nicht vor, obwohl man oft genug von Knochenneubildungen ge¬ sprochen hat. Meist handelt es sich, wie bei dem Herzen, um blosse Verkalkungen, mögen es nun verkalkte Thromben, Echi¬ nokokken, Cysticerken, oder endarteriitische Massen sein. Wie leicht gerade mit solchen Geschwülsten eine Verwechselung ein- treten kann, beweist ein sehr interessantes Präparat, welches ich zum Schluss meiner Arbeit anführen will. Nur das Mikroskop hat hier einen richtigen Aufschluss gegeben. Ich erhielt neben meinen oben beschriebenen Osteomen auch ein Herz, in welchem sich eine Geschwulst befand, die bei makroskopischer Betrachtung genau wie ein Osteoma eburneum sich verhielt. Das Herz selbst war vollständig normal, nur etwas klein, zeigte aber sonst nirgends einen pathologischen Prozess. Nur an einem Sehnenfaden der Tricuspidalis, und zwar unmittelbar über einem Papillarmuskel des vorderen Zipfels derselben, hing eine kleine haselnussgrosse Geschwulst, welche von dem Sehnenfaden ausging und frei in die Herzhöhle hinein hing. Dieselbe war nicht ganz rund, sondern mehr eiförmig und hatte mehrere warzenförmige Auswüchse. Die ganze Masse war mit einer dünnen Kapsel umgeben, welche auch an einer kleinen Stelle mit der Herzwand verwachsen war. Die stein¬ harte Beschaffenheit und das ganze Aussehen Hess die Ver¬ mutung aufkommen, dass es sich um Knochenbildung handele. Es wurde deshalb ein kleiner Keil herausgesägt und mit Salpeterchromsäure entkalkt. Die hiervon gewonnenen, mit Celloidin durchtränkten und Picrocarmin gefärbten Schnitte er¬ gaben Folgendes: Die Hauptmasse bestand aus diffusen Kalkconcrementen und in diesen eingestreut lagen gelblich durchschimmernde, h3^a]iu- entartete Fibringerinnsel. Die Kapsel bestand aus dünnen Lamellen, die zur Oberfläche parallel angeordnet waren, und zwischen ihnen lagen überall merkwürdig spindel- und sternförmige Gebilde, die der Kapsel eine Aehnlichkeit mit der Hornhaut verliehen. Von eigentlicher Knochenbildung war nirgends eine Spur wahr-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b3058260x_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


