Volume 2
Versuch einer Kritik der Echtheit der Paracelsischen Schriften / von Karl Sudhoff.
- Karl Sudhoff
- Date:
- 1894-1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Versuch einer Kritik der Echtheit der Paracelsischen Schriften / von Karl Sudhoff. Source: Wellcome Collection.
105/838 page 89
![dieser Jugendarbeit Hohenheim’s die kritische Arbeit thätig war, schon Versuche gemacht wurden, das fehlende 10. Buch aufzufinden und die verwandten Bücher „De renovatione et restauratione“ und „De vita longa“ (deutsch) den Archidoxen einzureihen. Der Schreiber des Mser.’s ist offenbar kein Gelehrter, auch des Lateins nicht ganz kundig; jedenfalls ist er ein Süddeutscher, wie das schwäbische „ai“ beweist; beachtenswerth ist auch das stets wieder- kehrende „mir“ für „wir“. Die Lesarten im einzelnen sind nicht von hervorragender Bedeutung; sie stimmen vielfach mit der schlechten Baseler Ausgabe überein (Theil I No. 116), die ja auch in der Büchereintheilung damit harmonirt. An den Stellen, wo Huser die Schriftzüge des Originals nicht sicher ent- räthseln konnte und sie darum nachschneiden liess, hat unsere Hand- schrift oder wohl richtiger ihr Vorgänger einfach darüber hinweggelesen und liefert einmal ganz Sinnloses. Der Titel ist nach handschriftlicher Vorlage falsch gelesen. Statt: „Archidoxis Theophrastiae Pars. In libru x de mesteris Naturae“ muss es natürlich heissen „Archidoxis Theophrastiae Pars Ia libri xı de mysterijs Naturae“, was dann fast ganz genau mit dem Titel stimmen würde, welchen Huser im Original gefunden haben will; auch das Folgende lautet nach Huser im Original fast genau ebenso, wie in Theil I S. 391 oben angegeben. So hatte auch schon Wimpinäus geschrieben (Theil I S. 192 unten) und Köln (S. 198 unten), während Basel nichts derart gibt. Schröter in der ersten Ausgabe (Theil I No. 108) hat ihn ähnlich, nur etwas anders gestellt. Das Re- gister der Bücher fehlt hier allerdings, konnte aber auf dem ursprüng- lichen Titelblatte ebenso gestanden haben; das jetzige (spätere) Titel- blatt verspricht ein „Register diser biecher* am Ende, wo sich jedoch keines findet. Der Schreiber des jetzigen Titelblattes gibt unter „vel ut alibi* eine zweite Titelfassung, welche Huser zwei Seiten vorher gibt [(a6),’] und bemerkt, dass sie aussen auf dem Pergamentumschlag des Originals von Paracelsus eigenhändig so geschrieben sei (Theil I S. 390 oben). | A Jedenfalls beruht unser Mscr. auf handschriftlicher Grundlage und verdient insofern schon einige Beachtung. Es mag sich einmal in Villach befunden haben, nach der Titelrückseite zu schliessen. 1%. Leiden, Univ.-Bibliothek, Codex Vossianus Chymicus ın Quarto No. 15. 129 gleichzeitig numerirte Bll., das letzte leer. Um’s Jahr 1600 in Süddeutschland geschrieben von einer Hand, anscheinend derselben, welche in Cod. Voss. Chym, Fol. No. 16 ein Stück geschrieben hat (unsere No. 29).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b3371499x_0002_0105.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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