Ueber das Endergebnis der mit Achsenknickung geheilten Vorderarmbrüche bei Kindern.
- Döring, Franz, 1870-
- Date:
- 1895
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Credit: Ueber das Endergebnis der mit Achsenknickung geheilten Vorderarmbrüche bei Kindern. Source: Wellcome Collection.
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![möge liier znnäclist angeführt werden, dass ich (!inen wesentlichen Unterschied /wischen dem Heilungsprocess der Knochenbrücho hei Tieicn und Menschen, für welchen namentlich Stanley und Paget sicli aussprechen, nicht anerkennen kann, An einer an- deren SteHe: ..Ich behau])te, dass die Art der Heilung selbst, unter gleichen anatomischen Bedingungen, bei Menschen und Tieren dieselbe ist, wie ich dies durch eine Anzahl mitzuteilender Sectionen, die nach Verlauf einer genau bekannten Zeit bei INfenschen angestellt wurden, und einen Vergleich dei'selben mit den Ei'gebnissen der Experimente an Tieren darthun werde.'' Somit dürften Tierversuche, die in diesem Sinne angestellt werden, für die Kenntniss der Heilungsvorgänge bei Fracturen des Men- schen von gi'össter Bedeutung sein, und es küimten solche ferner- hin geeignet sein, zu demonstriren, in welcher Weise, in welchem Grade, endlich in welcher Zeit sich schief geheilte Fracturen aus- gleichen, i. e. zu ihrer ursprünglichen anatomischen Beschaffenheit zurückkehren. Vorliegendes Tliem.-i, welches sich mit der Frage beschäftigt, ob die mit Achsenknickung geheilten Fracturen bei Kindern im Laufe der Zeit eine spontane Ausgleichung erfahren, oder ob die Deformität bestehen bleibt, würde für den Fall, dass eine Ausgleichung in der That zu Stande käme, somit in Tier- experimenten seine wissenschaftliche Erklärung und Begründung finden. In Ermangelung eigenen Versuchsmaterials, sei mir ge- stattet, auf die in Gurlts Handbuch der Knochenbruchlehre pag. 270 befindlichen Ablfildungen hinzuweisen, welche künstlich an dei' Tibia von Kaninchen gemachte Fi'acturen in verschiedenen Stadien darstellen. Es handelt sich hier um einen completen Querbrucli mit dislocatio ad axin et at longitudinem. Die beiden Fragmente bilden einen AA'^inkel von etwa 125 '*, das obere über- ragt das untere um mehr als Daumenbreite, und steckt in einer mit Blut ausgefüllten Ausbuchtun- der Muskelmasse. Nach 21 Wochen ist die volllcominen geheilte Tibia an der Fi'acturstelle glatt und von annähernd noi'maler Dicke. Die Achsenknickung hat sich um v^cniges gestreckt, man bemerkt an der Concavität der Winkeispitze eine Verdickung der substantia compacta, während an der Convexität eine Auflockerung der Knochenmasse in ge- ringem Grade kenntlich ist. Die Spitzen und hervorragenden](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21224080_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


