Tuberculose, Aktinomykose, Syphilis des Magen-Darmkanals / von Conrad Brunner.
- Conrad Brunner
- Date:
- 1907
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Credit: Tuberculose, Aktinomykose, Syphilis des Magen-Darmkanals / von Conrad Brunner. Source: Wellcome Collection.
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![litisclie und tuberculöse Geschwüre nebeneinander beobachten konnte. Im Ileum war mehrmals eine Vermischung der beiden Darmerkran- kungen zu sehen in der Art, daß sich inmitten der tuberculösen Ge- schwüre einzelne der beetartigen Infiltrate fanden. Mikroskopisch ließen sich beide Prozesse „ganz leicht voneinander differenzieren“. Die tuberculösen Geschwüre enthielten allenthalben zahlreiche Miliar- tuberkel mit Kiesenzellen und konnten in ihnen stets Tuberkelbazillen nachgewiesen werden. Die plattenförmigen Infiltrate hingegen be- standen aus einem Granulationsgewebe, in welchem weder diese Ge- bilde, noch Tuberkelbazillen zu sehen waren. Ausdrücklich hebt auch Baumgarten bei seinem Falle von kongenitaler Darmsyphilis her- vor, daß er trotz gewissenhaftester Untersuchung zahlloser Schnitte in keinem der von Syphilis ergriffenen Organe auch nur eine einzige Langhanssche Riesenzelle oder einen Wagner-Schüppelschen Epithelioidzellentuberkel habe nach weisen können. Kapitel III. Syiiiptoiiie. Von Symptomatologie kann bei einer Krankheit wie der Lues congenita, die intrauterin verläuft, wenige Tage oder höchstens einige Wochen dauert, kaum ges])rochen werden, ln den Protokollen der anatomisch festrrestellten Fälle mit Lebensdauer finden Avir er- o ^ wähnt, daß Gastroenteritis vorhanden war, daß die Kinder an Pem- phigus syphiliticus und Durchfall gelitten haben (Ignatjeff u. a.). Oberndorfer bemerkt in der Krankengeschichte seines 4 Monate alten Falles mit Magen-Darmsyphilis, das Kind habe seit seinen ersten Lebenstagen an starken und heftigen Diarrhöen gelitten, und es sei das Sistieren derselben wenige Tage vor dem Ende vielleicht als Er- folg der spezifischen Behandlung anzusehen. Mehr läßt sich über die akquirierte Darmlues sagen, wenn gleich, Avie Avir sehen Averden, nicht etAva ein charakteristisches Bild herauskommt. Aus dem Schatze seiner kolossalen Erfahrung schöpfend teilt Neuniann mit, daß man nicht selten bei rezenter Lues kontem- porär mit den Eruptionen an der allgemeinen Decke und den sicht- baren Schleimhäuten Erscheinungen einer akuten katarrhalischen Enteritis beobachte, und Avir sagten früher, es sei das anatomische Sub.strat dieses syphilitischen Katarrhs noch nicht klar gelegt. Es stellen sich mit den Hautausschlägen Diarrhöe und kolikartige Schmerzen ein; die Stühle zeigen den Charakter geAvöhnlichen Katarrhs, die Entleerungen sind schmerzhaft; Tenesmus ist nur bei gleich- zeitigem Vorhandensein einer syphilitischen Affektion der Analregion, Rhagaden oder Fissuren der Afteröffnung vorhanden. In manchen Fällen pflanzt sich die Enteritis des ZAvölffingerdarmes auf die Gallen- blase fort, es tritt Ikterus ein; meist besteht auch akuter Katarrh des Magens. Im Kapitel Pathologische Anatomie steht geschrieben, daß bei der akcjuirierteil Darmlues die gummöse LTzeration im Vordergrund der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29011218_0389.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


