Geschichte der medicinischen Klinik zu Leipzig zur Feier des 100-jahrigen Bestehens der Klinik / Wilhelm His ; mit einem Vorwort von H. Curschmann.
- Date:
- 1899
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Credit: Geschichte der medicinischen Klinik zu Leipzig zur Feier des 100-jahrigen Bestehens der Klinik / Wilhelm His ; mit einem Vorwort von H. Curschmann. Source: Wellcome Collection.
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![Leipzigs Stiidenteii, ist inzwischen ein Platoer, wo nicht schadlich, so doch fast ganz iiubrauchbar, denn diese Herren bediirfen meistens noch einer An- leitung zum Denken iind konnen daher selten von tief iiberdachten Gegen- standen Friichte ziehen. Unstreitig tragt jedoch Herr Plainer durch seine Aesthetik, wird er gleich selten ganz verstanden, doch zur nothdiirftigen Er- haltung eines guten Geschmackes Vieles bei. Kant hat ihn nicht bekehrt, soviel man aber bis jetzt sieht, traut er sich Gelehrsamkeit genug zu, an Herrn Kant das Bekehrungswerk verrichten zu konnen.“ 9) Zur Geschichte der Universitat s. Friedberg, a. a. O. 10) Zur Zeit, als die Klinik entstand, setzte sich die Leipziger Facultat aus den 5 Ordinarien „alter Stiftung“ (iiber diese s. His und Fried berg a. a. O.), 2 Extraordinarien und 5 Docenten zusammen; vielleicht interessirt es Manchen, iiber diese Herren und ihre Lectionen einige Daten hier zu ersehen. E. Plainer (s. o.), Ordinarius f. Physiologie und standiger Dekan, las: pub lice an 4 Tagen „physiologiam generalem, additis potioribus capitibus physiologiae particularis; privatim Logik und Metaphysik nach seinem Lehrbuch, 4stiindig; Historia physiologiae litteraria, 4stiindig; Augenkrankheiten und Anthropologie je zweistiindig. Johann Gottlob Haase, Prof. d. Anatomie u. Chirurgie (geb. 1739 zu Leipzig, gest. 1801 daselbst, seit 1774 ausserordentl., seit 1786 o. Prof., schrieb einige kleinere Abhandluugen iiber anatom, und chirurg. Gegenstande; s. Pag el im Biogr. Lex. III. S. 3), zeigte an Osteologie und Syndesmologie „e Lebero“ 4stiindig., publice; Physiologie „auctore Metzgero, 4stiind.; Ueber Hernien „duce Pichtero“ 2stiindig., privatim. Christan Friedrich Ludwig (geb. 1751 zu Leipzig als Sohn des Mediciners und Botanikers Christ. Gottlieb L. wurde nach grossereu Keiseu durch Deutschland, England, Holland und Frankreich 1782 zum a. o. Prof., 1786 zum o. Prof, der Naturgeschichte, 1788 zum Amtsphysicus, 1796 zum Prof, f'iir Pathologie, 1812 fur Mat. medica und Therapie, 1820 fiir Chirurgie er- uannt, starb zu Leipzig am 8. Juli 1823. L. war wohl der letzte der grosseu Leipziger Polyhistoren. s. Winter in Biogr. Lex. S. 60). Er las publice Patholog. Anatomie „e suis primis lineis“ 4stiind., privatim Materia medica nach Linnd 4stiind., Botanik „ex Linneo et suis schedis“ 2stiind., „junctis excursionibus in prata, agros et nemora vicina“. Ernst Benjamin Gotti. Heben streit, o. Prof, der Therapie (geb. zu Leipzig 1753, nach langeren Eeisen durch Deutschland und Frankreich 1785 a. o. Prof., 1796 o. Prof d. Therapie, 1803 Director des klinischen Instituts, gest. schon 12. Decbr. 1803. s. die Gedachtnissrede von Clarus, Leipz. 1833, und Biogr. Lex. S. 95 [Winter]). Er las publice Semiolik und allg. Therapie 4stiindig., Staatarzneikunde 2stiindig., privatim „scholas examinatorias et disputatorias“ 2stiindig. Christ. Gotth. Eschenbach, o. Prof. d. Chemie (geb. 1753 zu Leipzig, seit ' 1785 0. Prof, der Chemie, gest. 10. Novbr. 1831. Noch 1829 schreibt Hasse: „Der hochbejahrte E. gait fur eineu stillen Anhiinger des Phlogiston, La- voisier schien ihm ein bedenklicher Neuerer‘0. Er las publice de salibus eorumque variis basibus Istiindig, privatim theoretisch-experimentelle](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21904157_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)