Morbus Hungaricus : eine medico-historische Quellenstudie : zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Türkenherrschaft in Ungarn / von Tiberius von Gyory.
- Tibor Györy
- Date:
- 1901
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Credit: Morbus Hungaricus : eine medico-historische Quellenstudie : zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Türkenherrschaft in Ungarn / von Tiberius von Gyory. Source: Wellcome Collection.
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![— '39 — g'elesenen Autoren ist — wie sehr die Immunität der Ungarn gegen- über dem morbus hungaricus überschätzt wurde. Jeder einzelne P'all von Csömör wurde bei ihnen als ein an ihnen nicht haften ge- bliebener Fall von morbus hungaricus angerechnet! Auch noch loo Jahre später schrieb Parschitius über den morbus hungaricus: „Hung-aris sua vernacula Tsömör dicitur i), während Windisch (1714) unter „Languor pannonicus nur den Csömör versteht im Gegensatz zu Coberus, der unter Csömör den morbus hungaricus verstand. Der Erste, der den Unterschied zwischen diesen zwei Leiden richtig überbhckte, war Schüller (1726), der über den morbus hungaricus folgendes schreibt-): „Inchoat utplurimum leni rigore, lassitudine, insequente aliquali cephalalgia et nausea, . . . [also die Prodromal Symptome der Krank- heit] et quia aeg'ri se morbo laborare vix credunt, praesertim si non epidemice grassetur, Nostrates statim dicunt, es hat nichts zu be- deuten, ich habe getsemert, qui morbus Tseiner in Patria quidem vili penditur, est vero ibi endemius transitorie homines nausea et lang-uore corripiens, womit auch die Natur des Csömör's im Wesent- lichen ziemlich g'ut skizziert ist. Kreysel (1741) setzt des läng'eren den Unterschied zwischen den zwei Krankheiten auseinander; obgleich er den Csömör gut auf- fasst, neigt er doch zur Ansicht Coberus' hin. Nach ihm ist der Csömör nichts anderes, als ein einfacher Ekel (nausea) oder eventuell eine febris gastrica; ist nie ansteckend, während der morbus hungaricus dies stets ist. Doch wenn die Behandlung des Csömörs vernach- lässigt wird, so bemächtigt sich das Fieber des Kranken und, da derselbe schwach wird, kann das Leiden in die echte febris hun- garica übergehen. Fuker (1777) sagt sehr charakteristisch: „Hungaris omnis mor- bus, qui aliquomodo ventriculi debilitatem pro symptomate praedomi- nante habet, et cui aliquando ingluviem praecessisse recordatio est, pro Tsömör habeturs). Und: „Ipse etiam plerumque morbus hun- garicus audit, et magnae famae est apud homines, qui rem ignorant. Weiters: „Tsömör Hungaris nauseam significat et fastidium ciborum a praevia ingluvie habere meg-tsömörleni: et hoc proprie morbus 1) 4- 2) 12.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21173503_0151.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)