Volume 1
Enzyklopädie der mikroskopischen Technik / in Verbindung mit E. Ballowitz ... [and others] ; herausgegeben von Paul Ehrlich [and others].
- Date:
- 1910
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Credit: Enzyklopädie der mikroskopischen Technik / in Verbindung mit E. Ballowitz ... [and others] ; herausgegeben von Paul Ehrlich [and others]. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![minis fest. Um die weitere Erforschung der Actinomycose haben sich besonders Boström, J. Israel, M. Wolff, Berestneav u. a. verdient gemacht. Die Actinomyceten sind botanisch noch nicht genau klassifiziert, sie werden teils als selbständige Familie, Actinomyceten, zwischen den Hyphomyceten und Schizomyceten, aufgezählt, teils unter den Hyphomyceten als Streptothrixart wegen der Bildung von Fäden, von winkligen Verzweigungen, von echter Dichotomie und Keulen (Schlegel). Verwandt mit den Actinomyceten sind die Tuberkel-, Lepra-, Diphtherie- und Rotzbacillen. Von den Actinomyceten sind eine große Reihe verschiedener Varietäten be- schrieben, welche teils pathogen, teils nicht pathogen sind und sich hauptsächlich durch ihre Farbstoffbildung unterscheiden. Auch die beim Menschen gefundenen Strahlenpilze zeigen Verschiedenheiten im Wachstum (aerob, anaerob) und Farb- stoffbildung. Der Actinomyces ist in den pathologischen Produkten (Eiter, Gewebe) ge- wöhnlich in Reinkultur in Form von Drusen enthalten. Diese Drusen, meist schon makroskopisch sichtbar und in reichlicher Anzahl vorhanden, sind gewöhnlich Stecknadelkopf- bis hirsekorngroß; seltener werden sie größer. Ihre Farbe ist wechselnd, weißlich bis gelblich, manchmal mit bräunlicher oder grünlicher Nuance. Altere Herde können verkalken. Ein solches Körnchen besteht aus einem mittleren Gerüst von Fäden , die nach der Peripherie zu in Kolben endigen. Mikroskopisch sieht man im Centrum der Druse kugelige Gebilde, die sich als rundliche Körner darstellen; sie sind aber nur die Enden der Kolben, deren fadenförmige Fortsetzung man bei der Be- trachtung von oben nicht sieht. Das innere Gerüst setzt sich zusammen aus einem Knäuel schmaler, welliger, dichotomisch ausgewachsener, durch Querteilung segmentierter Fäden. Au der Peripherie stellen sich die Fäden radiär und endigen knopfförmig oder glatt in den Kolben. Die Kolben stammen anscheinend von den Fäden selbst her, da die Fortsetzung der Membran der Fäden die Kolhenmasse einhüllt (Boström). Zur Feststellung der Diagnose genügt es meist, die verdächtigen Knötchen, welche sich auf dunkler Unterlage leichter auffinden lassen, ungefärbt zu unter- suchen. Bei schwacher Vergrößerung (OOfacher) sieht man das charakteristische Bild der Druse mit dem strahligen Kolben. Erschwert wird das Auffinden der Gebilde durch anhaftende Zelleu und durch Verkalkungen. Zusatz von Kalilauge (30%) bei Zelleu oder von unverdünnter Salzsäure bei Verkalkungen macht die Drusen sichtbar. Die Färbung von Deckglastrockenpräparaten bietet keinen besonderen Vor- teil, da in den zerquetschten Drusen das Strukturbild verwischt ist, die unzer- quetschten sich nicht distinkt färben. Bei vorsichtiger Präparation (Trocknen an der Luft, vorsichtigem [dreimaligem] Durchziehen durch die Flamme) kann man aber auch an solchen Präparaten den feineren Bau studieren. Von besonderen Me- thoden sind folgende empfohlen. Boström: Färbung mit Anilingentiana, Entfär- bung in eosin- oder pikrinsäurehaltigem Alkohol. Gram und Gram-Weigert: (beide mit Vorfärbung von Lithion- oder Pikrolithioncarmin). BARANSKI: 2—3 Mi- nuten in Pikrocarminlösung, leichtes Abspülen in Wasser oder Alkohol, Unter- suchung in Wasser oder Glycerin oder, nachdem das Präparat lufttrocken geworden in Canadabalsam (Actinomycespilz gelb in verschiedenen Nuancen, Gewebe rot). Labes: 24 Stunden in Anilinsafranin (Überschuß des Farbstoffs in destilliertem \\ asser, dazu 2% Anilinöl, erwärmen auf 60° C, warm filtrieren), Differenzierung in Jod-Jodkali, Alkohol, Nelkenöl. Fixierte Präparate gehen bessere Strukturbilder. Ebenso wie Gewebsteile kann man auch Liter mit den gebräuchlichen Fixations- und Härtungsflüssigkeiten behandeln. Eine der besten Methoden ist die Doppelfärbung mit Hämatoxylineosin : Hämatoxylin oder Hämalaun stark vorfärben, mit wässerigem Eosin überfärben ;](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28108553_0001_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)