Grundriss der Lungenchirurgie / von C. Garrè und H. Quincke ; mit 30 zum Teil farbigen Abbildungen im Text.
- Carl Garré
- Date:
- 1903
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Credit: Grundriss der Lungenchirurgie / von C. Garrè und H. Quincke ; mit 30 zum Teil farbigen Abbildungen im Text. Source: Wellcome Collection.
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![das Zwerchfell überzieht und eine Pleura mediastinalis, die, mit dem Herzbeutel verwachsen, die Scheidewand (Mediastinum) bildet. Das viscerale (pulmonale) Blatt bedeckt die ganze Oberfläche der Lungen bis zum eintretenden Bronchus im Lungenhilus; es dringt zwischen die Lungenlappen hinein und ist fest mit der Oberfläche der Lunge verwachsen. Es bestehen sowohl das viscerale wie das parietale Blatt aus einer fibrösen festen Grundlage, die mit einem dünnen Endothel be- deckt ist. Ohne hier auf das Herz, den Herzbeutel und die Beziehungen zur Pleura näher einzugehen, muß doch auf folgendes hingewiesen werden. Die beiden Lungen nebst ihren Pleuren, sowie das Herz und der Herzbeutel füllen den ganzen Thoraxrauin* nicht vollständig aus; es bleibt hinten an der Wirbelsäule zwischen den beiden Pleurasäcken und dem Herzbeutel ein Baum frei, der von anderen Organen ein- genommen wird. Dieser Kaum, der fälschlich Mediastinum heißt, richtiger Cavum mediastinorum (posterius) genannt werden sollte, be- herbergt den Oesophagus nebst den Nervi vagi, die Aorta abdominalis und den Ductus thoracicus. (Die oft hier genannten' Nervi sympathici liegen nicht in diesem Raum, sondern zwischen der Thoraxwand und der Pleura costalis.) Es ist schließlich daran zu erinnern, daß auch nach oben zu das Herz und seine Hülle (Herzbeutel) nicht den ganzen Raum zwischen beiden Lungen ausfüllt, insofern hier die großen Herz- gefäße und die Trachea ihren Platz haben. Es wäre nicht unange- messen, diesen Raum als Cavum mediast. sup. zu bezeichnen. Die Lage der Linien, welche die Uebergänge der Pleuraabschnitte ineinander markieren und die Grenzen der Pleurahöhlen bilden, sind an der vorderen Brustwand und in der unteren Peripherie des Thorax von großer praktischer Wichtigkeit, wenn sie auch in gewissen Grenzen schwanken (Fig. 3—5). Die vorderen Umschlagsfalten der Pleura ziehen beiderseits vom oberen Rande der ersten Rippenknorpel hinter dem Mannbrium sterni schräg von oben nach unten bis an eine Stelle zwischen Manubrium und Corpus, welche etwas links von der Medianlinie gelegen ist. Hinter dem Körper des Sternum verlaufen die Brustfellfalten in ge- ringem Abstände] voneinander weiter abwärts. Die Pleuren können sich hier auch berühren. Von der Höhe des 4. Rippenansatzes divergieren die Pleuragrenzen, indem die rechte ziemlich steil bis unter die Ansatzstelle der (3. Rippe ans Sternum zieht. Die linke verläuft mehr schräg, dicht am äußeren Rande des Sternum entlang oder auch mehr lateralwärts hinter dem Knorpel der 4. bis 6. Rippe herab. Im Bereich der unteren Sternalhälfte bezw. hinter dem 4. bis 6. Rippen-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21173825_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)