Der deutsche Kalender für die Jahre 1475 bis 1530, Nürnberg, um 1474 : Faksimiledruck.
- Regiomontanus
- Date:
- [1927]
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Credit: Der deutsche Kalender für die Jahre 1475 bis 1530, Nürnberg, um 1474 : Faksimiledruck. Source: Wellcome Collection.
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![BIBLIOGRAPHISCHE NOTIZ AIN beschreibt den deutschen Kalender in seinem Repertorium bibliographicum 1 1 unter Nr. 13 784 und 13 785 („vom Jahr 1476“)* Er sah kein Original; seine Angaben gehen auf PANZERS Annalen der älteren deutschen Literatur (Bd. I, 1788, S. 77, Nr. 39; S. 85, Nr. 54; S. 93, Nr. 70) zurück. In Wirklichkeit ist nur eine deutsche Ausgabe des Kalenders (in 2 Druckzuständen) aus der Presse Regiomontans nachweisbar, der eine lateinische (HAIN 13775) voraufging. Die Nachricht über die Auflagenhöhe, die mit Vorsicht aufzunehmen ist, steht in einem Brief Hermann Schedels an Hartmann Schedel (Bibliothek des Litt. Vereins in Stuttgart 196 (1893), S. i96ff.), der in einem Konzept (Clm 224, Bl. 207b, Einlage) er¬ halten und nach Mitteilung von Prof. ZlNNER auf Anfang September 1472 zu datieren ist. Die betr. Stelle lautet: ,,Kalendarium nouum super vero motu luminarium solis et lune impressit [sc. Regiomontanus] ad numerum ut dicitur mille, nec est, qui viderit, dempjtis impressoribus. Canones [d. i. der Anhang mit den Erläuterungen] annectentur tempore suo. Nunc autem, audio, almanach omnium planetarum ad multos annos per impressores suos facit imprimere.“ Da die letzterwähnten Jahrbücher (für 1475—1506) 1474 fertig Vorlagen (vgl. HAIN 13790), muß man annehmen, daß zumindest der lateinische Kalender spätestens September 1472 zum Teil gedruckt war und vor 1474 erschien. Der Dialekt des deutschen Kalenders ist bayerisch (nürnbergisch), aber es wird stets die schwäbische Diminutivendung ,,-lln“ angewendet. Für den deutschsprachigen Kalender wurde eine Umformung der Type des lateini¬ schen Kalenders (vgl. Veröff. der Ges. f. Typenkunde Taf. 1128) benutzt, welche durch Einmischung gotischer und kursiver Nebenformen (bzw. Ersatzformen) für A, D, E, F, G, H, I, M, N, P, T, V, W und d, f, ff, g, h, s, ss, st, v, w in die lateinschriftlichen Formen entstand, ein frühes Beispiel für die Differenzierung der Schriftform nach der Sprachform auf deutschem Boden (vgl. GfT 26, Gutenberg-Jahrbuch 1933, S. 307, Abb. 19). Ähnliche Fälle sind der Augustinusdrucker in Lauingen (Gutenberg-Jahr¬ buch 1933, S. 309) und Günther Zainers Augsburger Type 4* (GfT 666). Exemplare des deutschen Regiomontankalenders kennt die Kommission für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke in folgenden Sammlungen: Admont, Stift — Alten¬ burg (Niederösterreich), Stift — Berlin, Staatsbibi. — Budapest, Nationalmuseum — Edinburgh, Observatorium — Erlangen, Univ.-Bibl. — Freiburg i. Br., JJniv.-Bibl. — Gotha, Landesbibi. — Graz, Univ.-Bibl. — Haag, Mus. Meermanno-Westreenianum — Hannover, Prov.-Bibl. — Leipzig, Univ.-Bibl. {nur 7 Bl.) — Leningrad, Off. Bibi. — Lon¬ don, Brit. Mus. {2 Ex.) — München, Staatsbibi. — Salzburg, Stift St. Peter — Wolfen¬ büttel, Landesbibi. — Zürich, Zentralbibi. — Zwickau, Stadtbibi. Eine xylographische Nachahmung des deutschen Regiomontankalenders, offenbar das Produkt eines mittellosen Konkurrenzdruckers, ist in mehreren Exemplaren be¬ kannt (SCHREIBER, Manuel de l’amateur de la gravure sur bois IV (1902), S. 4o6ff.) und wurde 1927 vom Antiquariat Halle, München, im Faksimile veröffentlicht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29980082_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)