Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner.
- Heinrich Obersteiner
- Date:
- 1892
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Credit: Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![Xt-rvus ulfai'tiirius. 34I) — ])as.s die vurduie (.'uiiiinissur selbst tliatsüchlicli iiiif Cuminissuieii- Irtseiii und keine Kreuzuiigst'asern enthält, ist durch Ganser fest- gestellt. Die weissen Fasern des Tractus sind demnach viererlei: 1. Solche aus dem Bulbus, die in die Kinde des Tractus eingehen (Fig. 145, / 'J). 2. Solche aus dem Bulbus, die im Tractus, ohne zu dessen Kindeugrau in Beziehung zu treten, nach rückwärts ziehen, entweder zu anderen Kindeutheilen (^Jj oder aber zu nicht corticalen Ganglieu- masseu (//, 4). 3. Fasern, die aus der Kinde des Tractus entspringen und auf dem Wege der vorderen Commissur zur Rinde der anderen Seite ge- langen ^'>j. 4. Solche aus der Tractusriude zu anderen corticalen oder son- stigen Theilen des Gehirns (ßj. Ob die besonders mächtige Wurzel des Olfactorius zum Mandel- kern und Ammonshoin nur aus Fasern der zweiten oder der vierten Art besteht, kann nicht angegeben werden. Ausser den genannten anatomischen Beziehungen des Tractus olfactorius bestehen noch andere, die beim Menschen entweder weniger klar nachweisbar oder vielleicht überhaupt nur bei gewissen Thieren vorhanden sind. So beschreibt Broca einen Faserzug, welcher nach liinten zum Hirnschenkel zieht, und eine obere Wurzel, die da- durch gebildet wird, dass ein Faserzug aus dem Tractus direct auf- wärts in den Stirnlappen umbiegt. Zum centralen Riechapparate darf wohl auch ein Faserbündel gerechnet werden, welches vom Schläfenlappen quer über die Substantia perforata anterior nach vorne und innen in der Richtung gegen das unterste Ende des Gj'rus fornicatus hinzieht. — Dieses Bündel wurde von ßroca als Bandelette diagonale de l'espace quadrilaterale be- schrieben und ist beim Menschen nur ausnahmsweise deutlich zu sehen; am besten tritt es an atrophischen Gehirnen, z. B. bei alten Personen, in der Dementia paralytica, hervor. Dieser Faserzug wird grösstentheils aus Bündeln zusammen- gesetzt, die einem eigenartigen Associationssysteme des Riechnerven angehören, dem Riechbündel des Ammonshornes (Zuckerkandlj \ nur an osmatischen Thieren kann es gut studirt und richtig verstanden Averden. Es sind dies Fasern, welche im Fornixkörper bis an den läuteren Rand des Septum pellucidum gelangen, sich aber daselbst vom Fornix trennen, indem sie vor der Commissura anterior gegen die Hirnbasis herabsteigen, um hier im lateralen Verlaufe theils in den Schläfenlappen, theils in den Riechlappen einzustrahlen. — HUI](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211681_0371.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


