Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner.
- Heinrich Obersteiner
- Date:
- 1892
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Credit: Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![Nei-vus iilxlui't'iis. 37]^ (Auolis und Igiiana) soll der Trochleariskeru besonders schön ent- wickelt sein (SpitzlM). Diti'til und Lahorde, De riiinorvation des iiiouvcinents associt^s des ^lobes oou- lairos. Journ. do rAnatoinic 1880. Duval, Recli. Journ. de TAnut. 1878, 1879. Wealphal, Arch. 1. l'syih. 18. Bd. Nmslaum, Wien. raod. .Jalul). 1887. 5. Nervus abducens (der äussere Augenmuskelnerv, sechstes Paar, Nervus oculomotorius externus). Obwohl in der Reihe der Geliirnnerven erst als sechster auf- geführt, soll der Nervus abducens schon hier der Zusammengehörig- keit wegen im Anschlüsse an die übrigen Augenmuskelnerven ab- gehandelt werden. Den Ursprungskern des Nervus abducens (Facialis-Abducens- kern. oberer Facialiskern, Fig. 123 u. 136, NVI) haben wir in der dorsalen Haubenregion, in der Nachbarschaft des Facialisknies angetrolfen, und zwar als eine ziemlich scharf begrenzte, fast kugelrunde, nur in sagittaler Richtung etwas gestreckte Anhäufung von grossen stern- förmigen Zellen. Die einzelnen Wurzelbündel des Abducens, welche in leichtgeschwungenem Bogen dorso-ventral die Haubenregion durch- ziehen, legen sich an den medialen Rand des Kernes an, umkreisen ihn dorsalwärts, gelangen theilweise bis an seine laterale Seite und senken sich dabei successive in ihn ein, um sich mit den Fortsätzen der grossen Zellen zu verbinden. Ein sehr kleiner, leicht zu über- sehender Theil der Abducensfasern wendet sich schon unterhalb des Kernes medianwärts; diese gelangen an die Raphe, scheinen bis zum dorsalen Ende derselben zu ziehen und dann an der anderen Seite unter dem aufsteigenden Stücke des Facialisknies in den gekreuzten Abducenskern einzugehen. Da die Facialiswurzel W'ährend eines grossen Theiles ihres Verlaufes dem Abducenskerne anliegt und thatsächlich Fasern, die aus diesem Kerne zu kommen scheinen, sich dem Facialis anschliessen, konnten Bilder entstehen, welche einen partiellen Ursprung des Nervus facialis aus dieser Zellgruppe vortäuschten. Allein durch Gndden und Goicers ist es entschiedenst nachgewiesen, dass der Nervus facialis keine Beziehung zu der in Rede stehenden grauen Masse hat, und dass diese anscheinend aus dem Abducenskerne stammenden Fasern, welche sich dem Facialis zugesellen, jenen blos durchsetzen. Die Verbindung des Abducenskernes mit dem Grosshirn dürfte durch Fibrae arcuatae stattfinden, welche sich in der Raphe kreuzen 24*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211681_0393.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


