Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner.
- Heinrich Obersteiner
- Date:
- 1892
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Credit: Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![6. Nervus trisominus (der dreigetheilte Nerv, Par f[uintum). Denken wir uns durch die Substanz der Brücke eine Linie von der Austrittsstelle des Nervus trigeminus ein wenig si)inahvärts gegen den Winkel gezogen, den Boden und ]Jecke der liautengrube mit- einander bilden, so stossen wir auf ein Gebiet (vgl. Fig. 125), in welchem Wurzelfaseru des Nervus trigeminus aus sehr verschiedenen Gegenden des Centralnervensystems mit einigen neuen Ursprungs- kernen dieses Nerven zusammentreffen, daher dieses Gebiet auch als Convolutio trigemiui bezeichnet wird. Wir werden die verschiedenen hier zusammenströmenden Wurzel- bündel leichter dem Gedächtnisse einprägen wenn wir uns vor Augen halten, dass dieselben aus vier Richtungen (vom Rückenmarke und vom Grosshirn, von der Seite und von der Mitte) herstammen und sich mit weiteren Bündeln, welche in dieser Gegend selbst (aus dem motorischen und dem sensiblen Trigeminuskerne, Fig. 125 und 149 N\m und NWs^ Fig. 148 Km und Xs) entstehen, zur Bildung der beiden peripheren Trigeminuswurzeln vereinigen. Wie wir gesehen haben (pag. 69), tritt der Nervus trigeminus mit zwei Wurzeln, einer kleineren, vorderen motorischen (Portio minor) und einer weitaus stärkeren, hinteren sensiblen (Portio major) aus der Brücke aus. Beide Wurzeln haben vollständig difterente Ursprungsgebiete. Die Austrittsstelle des Trigeminus an der Brücke liegt cerebral- wärts von jener Gegend der Haubenregion, in welcher sich die zu- sammenströmenden Wurzeln sammeln (Fig. 148 und 149); daher er- scheint auch bei der von uns gewählten Querschnittsrichtung nie der ganze Verlauf des Nerven durch die Brücke. Die sensible Wurzel, Iis, zieht von der Oberfläche in gerader Linie bis zur Convolutio trigemini, die motorische, Rm,^ in einem cerebralwärts couvexen Bogen. Wir wollen nun die Provenienz der einzelnen Wurzelfasern betrachten. 1. V\^eitaus der bedeutendste aller Trigeminusursprünge lässt sich bis in die Gegend des zweiten Cervicalnerven hinab verfolgen. Wir haben aussen um die Substantia gelatinosa herum jenes proxi- malwärts immer mehr anwachsende, halbmondförmige Bündel kennen gelernt, welches als aufsteigende Trigeminuswurzel (Racine bulbaire) bezeichnet würd, Va in Fig. 114 bis 124 und 149, 1 in Fig. 148. Sie ist einer der wichtigsten Bestandtheile des sensiblen Trigeminus. Die sensible Trigeminuswurzel verhält sich zum Ganglion Gasseri wie eine hintere Wurzel zu ihrem Spinalganglion. Wir dürfen an- nehmen, dass ganz ähnliche Ursprungsverhältnisse, wie wir sie für](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211681_0395.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


