Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner.
- Heinrich Obersteiner
- Date:
- 1892
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Credit: Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![Da Sclmittf. weh-lit^ im I\'iii)f('r liinj^ere Z<!it f^t'|»^g»^j) hiittcn. sicli für die Kaniiiiil'ärbuiig wt'iii«^ t'igiicii, man abci- liaulig ;iucli diese Färbemethode, an einzelnen Schnitten aiiziiweiiden wünscht, so ist es anzurathen, schon vor der Kuitfcrbeliandliuif^ zu schneiden und nur die für die Wrigcrt'adui Färbung bestimmten Schnitte in die Kupferlösung zu bringen, wo sie dann auch ohne Brütofen nicht so lange zu verweilen brauchen, wie die ganzen Stücke; vor dem Ein- legen in die llämatoxylinlüsung sollen die Schnitte aber in scliAvaclieni Alkohol abgespült werden. In allen Fällen, wo es sich nicht um Fär- bung der zartesten Fasern handelt, kann man die Kupferlösung ganz entbehren, dann mnss aber die Färbung im Brütofen (2 bis 4 Stunden bei 35 bis 45 Krad) vorgenommen werden. Mitunter '.vollen dickere Schnitte trotz langen Verweilens in der Ferridcyankaliumlösung sich nicht genügend entfärben; man kann da die Entfärbung beschleunigen. wenn man die Präparate für 24 Stunden in Alkohol und dann wieder in die Entfärbungsflüssigkeit bringt. Diese Färbung misslingt, wenn das von den Markscheiden der Nerven während der Härtung aufgenommene Chromsalz tlieilweise oder ganz ausgewaschen ist; denn es handelt sich dabei um die Bildung eines Chrom - Hämatoxylin - Alaunlackes. Immerhin lässt sich dieser Fehler wenigstens theilweise dadurch compensiren, dass man die Schnitte für 2 bis 24 Stunden in eine starke Lösung von chromsaurem Kali oder in eine schwache Chromsäurelösung legt, sie dann in ganz schwachem Alkohol rasch abspült und nun erst in das Hämatoxylin überträgt. Die Weigerfsche Markfärbung bedeutet einen der grössten Fort- schritte in der Technik der Nervenhistologie; sie, respective ihre als- bald zu besprechenden Modiflcationen, ist von unschätzbarem Werthe für das Studium des Faserverlaufes im Centralnervensj'stem, namentlich auch für die Erkennung der successiven Markscheidenentwickelung, sowie der degenerativen Vorgänge. An Präparaten, welche nach der Weigert'sehen Methode oder einer ihrer Modiflcationen behandelt wurden, erscheinen mitunter auch andere Gewebstheile neben den markhaltigen Nervenfasern dunkel gefärbt. In erster Linie ist auf den Gefässinhalt hinzuweisen. So färben sich mitunter die rothen Blutkörperchen, oder aber in anderen Fällen das Plasma zwischen ihnen; diese Färbung betrifft dann oft nur die Gefässe eines bestimmten umschriebenen Bezirkes, z. B. in den tiefsten Hirnrindenschichten. Man kann innerhalb der Gefässe auch Gerinnungsproducte in Form langer, sich intensiv schwarz färbender Fäden antreflen, welche bei oberflächlichster Betrachtung mit ]\rarkfasern zu verwechseln wären.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211681_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


