Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner.
- Heinrich Obersteiner
- Date:
- 1892
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Credit: Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![Jedenfalls enthält der Fornix viele Fasern, welche zunächst im Corpus uiauiuiillare cndt^u oder durch das ]'ir</ '/'^-l,7/-'sche Bündel in den Thalamus gelangen und daher den Ötabkranzfasern analog sind. Ein kleiner Faserantheil des Fornix, der in das Septum pellucidum ein- strahlt, wäre aber, iusoferue er im Septum selbst endet, den Associations- bündeln gleichzustellen, da letzteres der Hirnrinde zuzurechnen ist. Nach ZuchThtudl gehören diese Fasern aber dem Riechbündel des Ammonshornes an (pag. 349) und gelangen vor der vorderen Commissur in den centralen Iviechapparat. A. Hill ist der Ansicht, dass der Fornix überhaupt in sehr inniger Beziehung zum Olfactorius- gebiete stehe. Andere Bündel der Fornixsäule ziehen ebenfalls vor der vorderen Commissur herab, wenden sich aber, dieselbe umschlingend, alsbald nach hinten und vereinigen sich wieder mit dem Haupt- stamme. Hier wäre auch die Stria alba tuberis (pag. 438) zu erwähnen. Jedes Corpus mammillare zerfällt nach Gudden in zwei geson- derte Ganglien, in ein mediales mit kleinen und ein laterales mit grösseren Nervenzellen; zwischen beide Ganglien hinein schiebt sich ein grosser Theil der Fornixsäule, hier Wurzel des Gewölbes (Radix columnae foruicis) genannt, um theils ins Innere der Ganglien ein- zudringen, theils deren Kapsel, vorzüglich um den lateralen Kern (Monakoio), zu bilden. Nur ein relativ geringer Theil der Fornixfasern endet aber im Corpus mammillare; die übrigen verlaufen weiterhin auf sehr verschiedenen Wegen, vielleicht theils in dem gleich näher zu besprechenden Vicq cZ'J.5:?/9-'schen Bündel, theils in solchen Bündeln, die sich dorsal und hinten vom Corpus mammillare kreuzen (untere gekreuzte Wurzel der Fornixsäule). Weitere, weniger bedeutende Beziehungen des Fornix bestehen aber sicherlich noch (i-. Gadden, Honegger). Aus dem medialen Ganglion, welches die Hauptmasse des Corpus mammillare ausmacht, entspringt das Vicq d'Azyr'^t\\Q Bündel {Mexjaeii's aufsteigender Gewölbsschenkel); dieses zieht anfänglich direet nach oben und dann mehr nach vorne gewendet zum Tuberculum an- terius des Sehhügels. Wenn auch eine einfache Umbeugung der Radix columnae fornicis im Corpus mammillare zum Vkq d'Azgv'sohQui Bündel angezweifelt wird, so besteht dennoch eine unleugbare Beziehung zwischen diesen beiden Faserzügen. Aus dem medialen Ganglion entspringt ferner ein kleineres, nach hinten zur Haube ziehendes Bündel, das aber nicht weit verfolgt werden kann, nament- lich nicht beim Menschen, da seine Fasern sich sehr bald zer- streuen. Das laterale Ganglion sendet ebenfalls ein Nervenfaserbündel rückwärts zur Haube (Pedunculus corporis mammillaris, Meynerfs](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211681_0459.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


