Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner.
- Heinrich Obersteiner
- Date:
- 1892
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Credit: Anleitung beim Studium des baues der Nervösen centralorgane im Gesunden und Kranken zustande / von Dr. Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![ihrer Mitte eutsprecliend, über die Corpora candic.iutia, das Infun- dibuliim und das Cliiasina nervorum opticorum sich nach vorne schlägt. — Die Stralilen des Sternes entstellen in folgender Weise: Vor der Brücke setzt sich der yubarachnoidalsinus um die Grosshirnschenkel herum nach beiden Seiten hin fort, zwei ähnliche paarige laterale Ausläuft'r gehen weiter vorne in die Sylvische Grube hinein, während der fünfte Strahl durch einen median gelegenen, nach vorne und oben gerichteten Raum dargestellt wird, der sich vom vorderen Rande des C'hiasma augefangen in der ]\Iedianfissur des Gehirns über den Balken hin verliert. Alle aus der Schädelhöhle austretenden Nerven erhalten von der Arachnoidea eine Scheide. Die Arachnoidea des Rückenmarkes bewahrt durchwegs ihre Selbständigkeit; an der Bildung des Filum terminale, sowie der Nervenscheiden betheiligt sie sich ebenfalls. Zwischen Arachnoidea und Pia spinalis sind zahlreiche Subarachnoidalfäden, namentlich über der dorsalen Rückenmarksfläche ausgespannt. Von den eigenthümlichen Excrescenzen an der Arachnoidea, namentlich neben der Fissura longitudinalis des Grosshirns, ausser- dem am Seitenrande des Kleinhirns, manchmal auch an der Spitze des Schläfenlappens (seltener an anderen Stellen), den sogenannten Arachnoidalzotten, wird alsbald bei Besprechung des feineren Baues dieser Membran die Rede sein. Die eigentliche, flächenhaft ausgebreitete Arachnoidea besteht aus faserigem Bindegewebe, nebst den dazu gehörigen Kernen; sie enthält keine Gefässe und keine Nerven und trägt an beiden Seiten einen äusserst zarten Belag von Plattenendothel. Die Bindegewebs- librillen treten hier meist nicht zu Bündeln zusammen, sondern verlaufen entweder vollkommen unregelmässig oder hauptsächlich in zwei aufeinander senkrechten Richtungen (Arachnoidea spinalis). Die Fäden, welche das subarachnoidale (spinnwebenartige) Gewebe darstellen, gehen wie die Wurzeln eines Baumes aus der Arachnoidea hervor; sie bestehen jedenfalls aus einem centralen Strange, der von einem Bindegewebsbnndel dargestellt wird, sowie aus einer endo- thelialen Umhüllung — im Uebrigen aber ist ihr Bau trotz eingehender Untersuchungen, namentlich von Axel Keij und Betzius, nahezu un- verstanden. Nach Einwirkung von Essigsäure zeigen diese Fäden eigenthümliche spiralige oder ringförmige Einschnürungen (Fig. 180), die man früher auf umspinnende elastische Fasern zurückgeführt hat; gegenwärtig neigt man sich mehr der Anschauung hin, dass diese Einschnürungen durch einen zelligen Ueberzug des Fibrillen- büudels erzeugt werden; die einzelnen Zellen sollen stellenweise](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211681_0507.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


