Die Physiologie und Pathologie der Seele / von Henry Maudsley ; nach des Originals zweiter Auflage Deutsch bearbeitet von Rudolf Boehm.
- Henry Maudsley
- Date:
- 1870
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Credit: Die Physiologie und Pathologie der Seele / von Henry Maudsley ; nach des Originals zweiter Auflage Deutsch bearbeitet von Rudolf Boehm. Source: Wellcome Collection.
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![diese wichtigen Untersuchungen, welche ich der Güte des Herrn Lock hart Clarke verdanke, wird es klar genug erweisen , wie die Complicirtheit der Struktur mit der der seelischen Funktionen gleichen Schritt hält. „Eine genaue Untersuchung des menschlichen Gehirns wird ergeben, dass die Windungen fast durchweg aus mindestens 7 ver- schiedenen und concentrisch übereinander gelagerten Schichten von nervöser Substanz bestehen, welche von der Peripherie nach dem Centrum hin abwcchslungsweise blasser und dunkler er- scheinen. Dieser gesciiichtete Bau ist am deutlichsten ausge- sprochen an der äussersten Grenze des Hinterlappens. An dieser Stelle sind die Ganglienzellen alle klein, aber beträchtlich ver- schieden bezüglich ihrer Gestalt und in der einen Schichte be- deutend zahlreicher, als in der andern. In der oberflächlichsten, blassen Schichte sind sie rund, oval, spindelförmig und eckig, aber nicht zahlreich. Diezweite dunklere Schichte ist dicht mit Zellen angefüllt, die bezüglich ihrer Gestalt zum Theil mit denen der ersten Schichte übereinstimmen, zum Theil birnförmig oder pyra- midal erscheinen, und mit ihren spitzen Enden entweder senkrecht zur Obertläche hin oder parallel mit dieser gelagert sind, und mit Fasern in Verbindung stehen, die einen entsprechenden Verlauf zeigen. Von der Basis der Pyramiden gehen 2—4 Fortsätze aus, welche entweder senkrecht nach dem Centrum der weissen Sub- stanz hin oder horizontal längs durch die Schichte hin verlaufen, um dann wie die Fortsätze des entffco-enoesetzten Endes mit Ner- venfasern nach den verschiedensten Richtungen hin in Verbind- ung zu treten. „Die 3. Schichte ist von viel blasserer Farbe. Sie wird rechtwinklig von dichtgedrängten, länglichen Gruppen von Zellen und Kernen durchkreuzt, welche im Allgemeinen dieselben Eigen- thümlichkeiten zeigen, wie die der 2. Schichte. Diese Gruppen sind von einander durch FaserzUge getrennt, die radienförmig von dem Centrum der Windung nach der Oberfläche hin ausstrahlen, und im Ganzen eine zierliche, fächerförmige Zeichnung hervor- bringen. „Auch die 4. Schichte enthält längliche Gruppen von kleinen Zellen und Kernen, deren Längsdurchmesser mit der horizontalen Achse der Schichte rechte Winkel bilden, aber die Gru])])en sind breiter, regelmässiger, und stellen mit den zwischen liegenden Fasern eine noch viel deutlicher ausgesprochene fächerförmige An- ordnung dar. „Die 5. Schichte ist wieder blasser, und etwas weisslich. Sie enthält ebenfalls Zellen und Kerne, die denen der anderen Schichten ähnlich sind, und nur eine schwach radienförmige An- ordnung zeigen. „Die 6. innerste Schichte ist röthlich grau. Sie strotzt nicht nur von Zellen der bereits beschriebenen Formen, sondern beherbergt auch noch andere, und zwar viel grössere. Nur stellen- weise sind die Zellen zu länglichen Gruppen vereinigt, die eine](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21292498_0073.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


