Beitrag zur Lehre von der Lymhposarcomatose : mit besonderer Berücksichtigung der üblichen Entheilungen ... / vorgelegt von Friedrich Göppert.
- Göppert, Freidrich.
- Date:
- 1896
Licence: Public Domain Mark
Credit: Beitrag zur Lehre von der Lymhposarcomatose : mit besonderer Berücksichtigung der üblichen Entheilungen ... / vorgelegt von Friedrich Göppert. Source: Wellcome Collection.
37/44
![| . j i ] II it 11 i 11 Nachtrag. Gewisse Concretionen, die sich in den Nieren fanden, scheinen einer näheren Betrachtung zu bedürfen: Einzelne Harnkanälchen, fast ausschliesslich solche, die den Pyramiden angehören, enthalten concentrisch geschichtete, farblose Körper von 4—10 bis höchstens 15 p.. Man kann 3 Grössen unterscheiden. 1. Kleinste von 3—4 p. Durchmesser, vom Aussehen einer Lympho- cyte, ohne jede Körnelung des scheinbaren Kerns und Zellleibes. Sie rea- giren auf keinen Kernfarbstoff, der scheinbare Kern verschwindet in Natron¬ lauge. 2. Mittlere von 4—6—10 p., bestehen aus zahlreichen concentrischen Schalen, ähnlich den Corpora amylacea. Sie besitzen meist einen kleineren Kern, als die vorigen. Sehr selten wurde in der Mitte derselben ein un¬ regelmässig geformter, mit Hämatoxylin und Carmin färbbarer Kern gefunden. 3. Grösste, die Schalen sind meist plumper, als bei den vorigen, oft blos 2—3, der Kern grösser, zum Theil körnig modificirt. Sehr vereinzelt zeigt ein solcher Körper radiäre Zeichnung, die sich jedoch am seltensten auf den Kern selber erstreckt. Diese Gebilde finden sich fast nie in normalen Harnkanälchen, wenn dieselben auch ein Stück oberhalb, besonders aber unterhalb normales Epithel zeigen. Die kleinsten Concretionen liegen zu 20—30, die grösseren in ge¬ ringerer Anzahl vereint. Das Epithel der erweiterten Kanälchen ist theils verloren gegangen, theils zeigen sich Kerne und Zellen geschrumpft, von unregelmässiger Form. Doch färbten sich die missgestalteten Kerne noch immer gut. Die geraden Kanälchen der Pyramiden, aber auch andere der Rinde, enthalten vielfach ein schwärzliches, körnchenförmiges Pigment, das häufig in dem völlig normalen Epithel basal angeordnet erscheint, sich aber auch in dem Lumen findet. Die Concretionen unterscheiden sich von den Corpora amylacea, mit denen sie Aehnlichkeit haben, durch das Fehlen jeder Reaction auf die üblichen Reactionsmittel (Jod, Methylviolett, Jodgrün, Weigert’sche Fibrin¬ färbung). Methylenblau und Vesuvin färben sie nicht. Dagegen nehmen sie einen hellrotben Ton bei der Rosin’schen Färbung an. Säuren lassen die concentrische Struktur sehr deutlich hervortreten. Laugen verwischen die Zeichnung völlig. Lithium carbonicum-Lösungen haben auf die Zeichnung denselben Einfluss, wie Säuren. Es gelang nicht, durch Salzsäure Ausscheidung von Harnsäurekrystallen zu erreichen. Optisch sind die Körper inactiv. Das erwähnte schwarze Pigment löste sich in Lithium carbonicum und auch in Laugen, es nahm bei Einwirkung von Säuren eine hellbräunliche Farbe an und wurde grob¬ körniger.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30592288_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)