Beitrag zur Lehre von der Lymhposarcomatose : mit besonderer Berücksichtigung der üblichen Entheilungen ... / vorgelegt von Friedrich Göppert.
- Göppert, Freidrich.
- Date:
- 1896
Licence: Public Domain Mark
Credit: Beitrag zur Lehre von der Lymhposarcomatose : mit besonderer Berücksichtigung der üblichen Entheilungen ... / vorgelegt von Friedrich Göppert. Source: Wellcome Collection.
8/44
![sind von Lilafarbe, schwefelgelb gestreift (Harnsäure- oder Kalkinfarkt?). Als weissgelbes Pulver streut sich diese krümlige Masse auch über den Schnitt und das Nierenbecken aus. Die linksseitigen Inguinaldrüsen sind grösser, als die rechten (bohnengross und etwas grösser); hingegen findet sich rechts eine grössere innere Inguinaldrüse. An der Leber gewahrt man eine fleckig-graue Zeichnung von unbe¬ stimmter Bedeutung. Das Organ selber ist wohl nur wenig vergrössert. Im Gehirn nichts Besonderes, eine ziemlich auffällige Asymmetrie des Schä¬ dels. Das Knochenmark des Femur zeigt auch in der Diaphyse Knochen¬ mark von lymphoider'Beschaffenheit. Sofortige Untersuchung der Nieren !) weist ein kleinrundzeiliges Sarcom nach, dass die Interstitien gleichmässig infiltrirt, Harnkanälchen und Glome- ruli sind darin ziemlich regelmässig vertheilt. Die anatomische Diagnose lautete demnach: Sarcomatose beider Nieren und der Thymus, Atelektase des linken Oberlappens durch Druck vom Thymustumor, Axendrehung des Dünndarms in seiner Mitte, Laparatomiewunde, Schwellung der Inguinal- und retroperitonäalen Drüsen. Die mir zur Untersuchung vorliegenden Organe sind folgende: Die Brusteingeweide sammt Kehlkopf, Zunge und Gaumen noch in natürlichem Zusammenhang. Die Nieren mit Blase und dem retroperitonäalen und Beckenbindegewebe. Stückchen von Leber und Milz, ein Rippenstück¬ chen von der Knorpelknochengrenze. Ferner hatte mir Herr Geh.-Rath Arnold seine Präparate vom Mark einer Oberschenkeldiapbyse zur Verfügung gestellt. Die genaue Präparation des vorderen Mittelfellraums und der Halsgegend ergab Folgendes: Das ganze vordere Mediastinum ist von einer gelappten Geschwulst ein¬ genommen. Die Oberfläche derselben macht in dem gehärteten Zustande i etwa den Eindruck von Gehirnwindungen. Sonst ist im Allgemeinen die i Gestalt der Thymusdrüse gewahrt. Die Vorderfläche ist von der Theca thymi überzogen, die sie auch von den Lungenwurzeln trennt. Der Herzbeutel ist zur Hälfte überlagert, an ihm erscheint die Geschwulst adhärent und ist ohne Substanzverlust nicht abzulösen, ein mittlerer oberer Lappen schiebt: sich in Dreieckform zwischen die beiden Carotiden ein, er liegt der Trachea, auf, die jedoch von ihm gut ablösbar ist, nach oben zu erreicht er die: ziemlich stark entwickelte Schilddrüse, an deren Unterrande sich noch zwei: kleine accessorische Schilddrüschen befinden. Ein seitlicher Lappen umgreift! die linke Jugularis und erreicht zwischen Carotis und der Jugularis dem schon erwähnten mittleren Lappen. Während die rechte Carotis in einer;] Rinne des Tumors liegt, umgreift lockeres, lymphatische Elemente enthalten¬ des Gewebe die linke Carotis und scheint hier am Oesophagus adhärent zui *) Methode von Dr. H. Plenge, Münch, med. Wochenschr. No. 4. 1896..](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30592288_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)