Archiv für Augen- und Ohrenheilkunde. II. Bd. 1. Abtheilung / herausgegeben in deutscher und englischer Sprache von H. Knapp und S. Moos.
- Date:
- 1871
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Credit: Archiv für Augen- und Ohrenheilkunde. II. Bd. 1. Abtheilung / herausgegeben in deutscher und englischer Sprache von H. Knapp und S. Moos. Source: Wellcome Collection.
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![29. Klinische Analyse der entzündliclien Affectionen des inneni Ohres. % Von H. Knapp. Die erste Anrci]^un2: zur Abfassuno: der nachfolo-enden Ab- O O o O liandliiiin^ erliielt ich durch die Beobachtiuu? eini«:er Fälle von raschem Verlust des Gehörs unter solchen allgemeinen Erschei- nungen, wie sie die acuten Störungen des Blutlaufs im Gehirn zu begleiten pflegen. Da Paul Meniere der Erste war, welcher solche Fälle im Zusammenliang beschrieb, so begann ich damit, seine Angaben mit meinen Beobachtungen zu vergleichen, und mir die Erscheinun«:en so rationell als möglich zu deuten. Die Aehnlichkeit des Auftretens von Ohrenleiden verschiedener Art mid die Spärlichkeit pathologisch-anatomischer Thatsachen ver- anlassten mich, andere Beobachtungen anzufügen, deren wesent- lichste Eigenschaft in dem durch Ernährungsstörung im häutigen o o o o Labyrinth bedingten, mehr oder minder plötzlichen und vollstän- digen Verlust des Hörvermögens besteht. Solche Fälle können nicht ermangeln, das Interesse des practicirenden Arztes lebhaft zu erregen, da sie nicht nur eine der Hauptquellen des gesell- schaftlichen Verkehrs und der geistigen Entwicklung rasch und unerwartet vernichten, sondern auch oft von Erscheinungen ein- geleitet werden, welche wir bei schlimmen Allgemeinkrankheiten beobachten. Meine klinischen Bücher zeigen, dass dieselben kei- neswegs so selten sind, als man gewöhnlich angibt, und schon dieses relativ häufige Vorkommen sollte die Aufmerksamkeit der Aerzte ihnen zuwenden, auch wenn sie in der Mehrzahl der Fälle nicht mit unheilbarer Taubheit endeten. Da es kaum einen Zweig der Heilkunde gibt, Avelcher durch pathologisch-anatomische Unter- suchungen weniger aufgeklärt ist, als die Labyrintherkrankungen, so musste ich mich vorzugsweise an die Aufzeichnungen meiner eigenen Beobachtungen halten, wobei ich jedoch nicht unterliess, die einschlägliche Literatur ausgedehnt zu benutzen. Die nach- folgende Abhandlung erscheint desshalb im Gewände einer kli- nischen Analyse einer Gruppe der schwersten, aber auch der am wenigsten verstandenen Fälle, welche dem Ohrenarzte vorkom-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2244984x_0274.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


