Die Durchschneidung der Gesichtsnerven beim Gesichtsschmerz / von Victor von Bruns.
- Victor von Bruns
- Date:
- 1859
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Credit: Die Durchschneidung der Gesichtsnerven beim Gesichtsschmerz / von Victor von Bruns. Source: Wellcome Collection.
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![hin verlegt, wird auch der Vortheil dieser Resection ein desto geringerer; sägt man, wie es Kühn gethan hat, nur ein Dreieck ab mit einer Basis von 1 =r 2V2 Cm. (Linie c d in der angeführten Figur), so wird dadurch der Zugang zum Nerven nur unbedeutend erleichtert, und es bedarf daher, um diesen Zweck zu erreichen, noch der weitern nachträglichen Wegnahme von Knochensubstanz mit Knochenzange oder mit Hammer und Meissel. [Bei- läufig bemerkt muss Kühn seine Operation an einem ziemlich abnorm gestalteten Unterkiefer vorgenommen haben, wenn anders seine Angabe richtig ist, dass der abgesägte Kieferwinkel die Gestalt eines gleichschenk- ligen Dreiecks gehabt habe mit Schenkeln von je 7* und Basis von 1 Länge, da sich hieraus nur ein spitzwinkliges Dreieck construiren lässt, die Normalform des Unterkieferwinkels aber ein stumpfer bis annähernd rechter Winkel ist.] Nimmt man dagegen von dem Kieferwinkel ein Stück von der Form und Grösse weg, wie es oben im Texte angegeben und in Fig. 15 durch die Linien ef und fg veranschaulicht ist, so wird der beabsichtigte Zweck: möglichst freier Zugang zu dem Nerven neben möglichst geringer Knochenverletzung oder Knochenverstümmelung am vollkommensten erreicht. Der vierte Weg endlich führt in gerader Riclitung von aussen nach innen durch den aufsteigenden Kieferast hindurch zum Nerven. Zu diesem Zwecke muss die Aussenfläche dieser Knochenstelle zuerst in hinreichender Ausdehnung freigelegt wer- den , was am zweckmässigsten vermittelst eines in senkrechter Richtung geführten Einschnittes geschieht *). , Man führt diesen Schnitt zunächst nur durch die Haut der Wange gerade gegenüber der Mittellinie des aufsteigenden Kiefer- astes von dem Jochbogen bis zu dem untern Kieferrande hinab, dringt dann mit fortgesetzten Schnitten in der Tiefe bis auf den Knochen vor, jedoch mit Schonung der Parotis, welche nach dem Hautschnitte an ihrem vordem untern Umfange blossgelegt, nach hinten und oben zur Seite geschoben wird. Sodann wird die äussere Fläche des Kieferastes mit Hülfe zweier kurzer Queer- schnitte in die beiden Wundränder des senkrecht gespaltenen M. masseter in hinreichender Ausdehnung freigelegt, um 1—2 Linien unterhalb der Incisura mandibularis eine Trepankrone von IV2—2 Cmtr. Durchmesser aufsetzen zu können. Mit letzterer wird dann eine Knochenscheibe umschnitten, welche in ihrem *) Der sonst schon benutzte Schrägschnitt von dem Mundwinkel bis zum Unterkieferwiukel hin (pg. 114) lässt nicht nur eine viel auffälligere Narbe und Ent- stellung zurück, sondern gestattet auch nicht einmal die erforderliche vollständige Blosslegung des obern Theiles des Unterkieferastes, ausser wenn noch ein zweiter kleiner Einschnitt nach aufwärts zu an seinem untern Ende hinzugefügt wird; eben so muss auch als unnöthig verletzend verworfen werden die Ablösung der den Kieferast bedeckenden Weichtheile in Form eines viereckigen Lappens, dessen Basis an dem Jochbogen und dessen freier Rand an den untern Rand des Unterkiefers Jlin gelegt wird.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21044077_0118.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)