Die Durchschneidung der Gesichtsnerven beim Gesichtsschmerz / von Victor von Bruns.
- Victor von Bruns
- Date:
- 1859
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Credit: Die Durchschneidung der Gesichtsnerven beim Gesichtsschmerz / von Victor von Bruns. Source: Wellcome Collection.
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![c)Die Gesichtsäste, Rami faciales, sind die aus der vorderen Mündung des Infraorbitalkanals hervorgetretenen Endäste des Stammes, welche von dieser Stelle aus einander weichend und bald sich weiter theilend vorzugsweise in die äussere Haut eindringen, nämlich die a) Nervi nasales lateralesjn den xintern Theil der Seitenwand der Nase; ß) Nervi palpehrales inferiores in die Haut des untern Augenlids; y) Nervi labiales superiores in die äussere Haut und Schleimhaut der Oberlippe. Der Unteraugenhöhlen k anal, Canalis infraorbitalis, zum Durchgange für die gleichnamigen Nerven, Arterie und Vene bestimmt, läuft in einer Länge von ungefähr drei Centimetern in der dünnen Knochen- wand zwischen Augenhöhle und Oberkieferhöhle in ziemlich horizontaler Richtung von hinten nach vorn, nur mit seinem vordersten Drittheile in einem leichten Bogen oder in einem Winkel etwas nach abwärts einwärts sich senkend. Mit Ausnahme dieses vordersten Drittheiles, welches unter dem kammförmig sich erhebenden untern Orbitalrande durchgeht, wird dieser Kanal von der Augenhöhle nur durch ein ganz dünnes, durchscheinendes Knochenblättchen geschieden, welches in dem hintern Theile der Orbita öfters auch ganz fehlt, so dass hier dieser Kanal nur als eine vertiefte Rinne, als Halbkanal erscheint. Die vordere Mündung dieses Kanals, das sog. Fora- men infraorbitale, liegt in dem obersten Theile der Oberkiefergrube, Fossa supramaxillaris s. canina, in der Regel gerade unter der Mitte der vordem Apertur der knöchernen Augenhöhle und 1 Cm. unter dem knöchernen Infraorbitalrande, also grade unter der Stelle, wo das innere Ende des Pro- cessus maxillaris des Wangenbeins mit dem Processus zygomaticus des Oberkieferbeins zusammentrifft. [Vergleichende Messungen an verschiedenen Schädeln angestellt, haben mich ein Schwanken in der Entfernung dieses Loches von dem freien Infraorbitalrande zwischen 5 und 15 Millimetern finden lassen, wie ich denn dasselbe auch nicht immer genau grade unter dem Centrum der Orbita fand, sondern bis zu 5 Mm. davon weiter nach innen zu gelegen, so dass die obigen Angaben nur als ungefährer Anhalts- punkt für die Mehrzahl der Fälle dienen können.] Das Loch selbst hat eine längliche Gestalt und ist mit seinem Längsdurchmesser senkrecht oder etwas schräg von oben und innen nach unten und aussen gestellt; sein innerer Rand oder vielmehr die innere Wand des Kanals läuft ganz glatt und eben in der Kiefergrube aus, während der obere äussere Umfang oder der äussere Rand des Loches mit einem scharfen Rande stark dachförmig vorspringt; streicht man dalier mit dem Finger auf dem Boden der Kiefer- grube in der Richtung von unten und innen nach oben und etwas nach aussen in die Höhe, so fühlt man diesen vorspringenden Rand sehr deutlich und kann daran die Lage des Loches erkennen. Zu erwähnen ist noch, dass zuweilen neben dem Unteraugenhöhlenloche nach auf- und einwärts zu noch eine zweite kleine rundliche Knochenöffnung sich findet, durch welche dann der Ramus palpebralis inferior gesondert von den übrigen Gesichtsästen des N. infraorbitalis hervortritt. Durchschneidungen sind vorgenommen: an den Gesichts- ästen des Infraorbitalnerven nach ihrem Hervortreten aus dem Foramen infraorbitale; an dem Stamme dieses Nerven innerhalb](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21044077_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)